Fatique?

Ich glaube, ich habe in den letzten 2 Wochen mehr geschlafen als in den letzten 3 Jahren. Sobald ich sitze klappen mir die Augen zu. Für mein operiertes Knie ist das nicht schlecht, aber normal ist das auch nicht. Andererseits war ich auch dauernd irgendwie on Tour. Das Schlimme ist, man kann sich ganz leicht daran gewöhnen. Wenn dich Fatique erwischt,ist das, glaube ich, nicht wirklich lustig. Ich bin echt froh, dass ich nächste Woche wieder arbeite, denn sonst würde ich mich hemmungslos gehen lassen. Ich weiß es genau. Wenn man nichts zu tun hat wozu man aufstehen muss, warum sollte man denn. Dazu noch doofe Gedanken, hier tut was weh, da ist ne Knubbel, schon fängst du dir ne fette Depression ein. Das ist einfach scheiße. Das sind alles Kollateralschäden von Doofkrebs und alle sagen, du bist doch wieder gesund, warum stehst du nicht auf und kommst mit? Als wenn das einfach eine Frage des Wollens wäre.

Mittlerweile ist meine Knie OP  über 2 Wochen her und es wird langsam. Es sticht hier und da und Treppen sind noch doof, alles aber besser als vorher. Trotzdem, als Pferd wäre ich bestimmt schon beim Abdecker  gelandet. Im Moment habe ich wieder so eine Phase wo ich alles in Frage stelle. Was mach ich hier eigentlich und warum und vor allem, warum hab ich nicht den Arsch in der Hose einfach zu sagen, nö, mache jetzt einfach nicht weiter. Ich bin völlig obergenervt von dem Aromatasehemmer. Das Zeug haut mir so auf die Gelenke, das kann sich ein Langarmer mal gerade nicht vorstellen. Außerdem fällt mir alles aus dem Fuß, der auch gerade nichts besseres tun hat als dauernd breiter zu werden. Ganz toll. Ehrlich, hätte mir vor Doofkrebs einer gesagt was daraus wird, dann hätte ich ihn einfach nicht genommen, jawohl, ich hätte mich einfach mal geweigert. Okay, es liegt ja nun an mir, wie ich damit umgehe. Ich versuche gerade mich selbst zu überzeugen, dass ich mich traue, das Zeug einfach über den Balkon zu werfen. Garantieren kann mir den Nutzen sowieso keiner und meine Schmerzgrenze ist irgendwie überschritten………. aber irgendwie ist da auch die Stimme die sagt, hm, das Risiko würde ich nicht eingehen. Es ist so schwierig, ich entschließe mich endlich und 5 Minuten später kommt das schlechte Gewissen. Ist wie im richtigen Leben.

Gerade war Reklame im Fernsehen mit Mario Barth. Fällt mir doch gleich mal sein toller Spruch ein: lieber Krebs als Jobcenter…… blödes Arschloch….und ja, das hätte ich auch ohne Doofkrebs gesagt.

Wo war ich..? Ach beim Leben überhaupt. Wie ich mich kenne, und ich kenne mich gut, werde ich solange daran rummeckern, bis die 5 Jahre, die ich das mindestens nehmen soll, vorbei sind. Ich hasse diese Unentschlossenheit. Sonst habe ich immer die große Klappe, in Ratschlägen verteilen bin ich auch gut, nur befolge ich meine eigenen auch nicht. Aber immerhin habe ich das schon mal erkannt. Also der Plan für das restliche Jahr: umsetzen. Na da lass ich mich doch mal überraschen.

Der nächste Plan ist, die Kilos, die ich mir im letzten Jahr wieder angefressen habe, wieder loszuwerden. Aber mal ehrlich, wenn anderthalb  Jahre alles so schmeckt als hätte man in die Haltestange einer Straßenbahn gebissen, dann gerät man schon in Versuchung, alles neu zu probieren. Und all den Mist vor Doofkrebs esse ich ja nun auch nicht. Aber die Hälfte weniger wäre vielleicht ne Idee. Mal sehen, oh Gott, ich habe soviel gute Pläne, wie ich mich kenne gibt das wahrscheinlich nix, aber in der Theorie bin ich echt klasse. Da macht mir keiner was vor.

Die nächste Idee, ich arbeite noch weniger und widme mich den Dingen, die mich interessieren. Wie z.B. die DGHS oder Allianz gegen Brustkrebs oder wieder mehr Hospiz? Auch da bin ich unentschlossen, vielleicht denke ich auch mal wieder zuviel nach. Aber es gibt ja auch soviel zu denken. Ich bin Mitglied in einer community Brustkrebs Nachsorge mit über 1700 Mitgliedern. Bei der Menge schreiben täglich mehrere Mädels irgendwas. Ich freue mich für jede mit, die eine gute Nachricht verbreitet, erwische mich bei schlechten Nachrichten, dass ich denke, gott sei dank nicht ich, versuche Mut zu machen und es ist echt cool, wenn viele Mädels dir antworten und dich wie auch immer unterstützen. Das ist genauso wertvoll wie die Allianz gegen Brustkrebs. Da treffen wir uns im Februar wieder, da freue ich mich schon drauf.

Nächstes Thema, irgendwann gibt’s immer mal wieder Artikel im Netz zu dem Thema, Krebs ist längst heilbar, das wird nur von der Pharmazeutischen Industrie und deren Lobby zurückgehalten, es geht schließlich um Kohle ohne Ende. Das schlimmste daran ist, ich glaube fast, ich glaube es. Wenn ich mir überlege, was die Firma Grünenthal damals mit  Contergan abgezogen hat, es ging damals auch nur um Kohle, das macht mir Angst. Ich glaube mittlerweile auch an die eine oder andere Verschwörungstheorie.

Damit wären wir wieder am Anfang, hab ich nun Fatique oder bin ich einfach von zuviel Narkosemittel müde? Ich gehe jetzt mal einfach von Alter, Wetter,  Erderwärmung  oder Ozonloch aus und werde nächste Woche meinen Hintern frohgemut aus dem Bett heben und einem geregelten Tagesablauf nachgehen und dann ist alles wieder gut. Keine blöden Gedanken, einfach leben und genießen und nicht soviel Gedanken machen. Es ist sowieso spannender, die Dinge einfach auf sich zukommen zu lassen. Das Leben passiert dir eh, egal welche Befindlichkeiten du gerade hast. Es gibt noch soviel zu erleben, ich lerne irgendwie im Moment dauernd neue Menschen kennen, völlig spannend, ich trauer weiter um Conchita, die soooooooo gerne im Februar 44 geworden wäre, ich freue mich wenn mir im ElisabethKrankenhaus die Chemoschwester zuflüstert:  ich habe heute morgen wieder an Conchita gedacht –  und ich freue mich, dass es mir eigentlich gut geht und ich schaue nicht nach links oder rechts, was der oder der hat, was ich nicht habe, es zählt das hier und jetzt. Das ist der Ganzjahresplan. Ab nächste Woche zumindest. Jetzt werde ich das Wochenende noch ein bisschen rumjammern und rumliegen. Und ich hoffe, dass Heidrun noch kurz vorbeikommt, denn die kann eine Sektflasche aufmachen und ich nicht , zumindest nicht ohne mir das Gebiss rauszuschießen. Das wäre auch noch ein Plan, Sektflasche allein aufmachen, ich denke, den werde ich erstmal vorziehen.

Ein neues Jahr……

ist auch nicht anders als das alte Jahr. Allerdings ist es ab heute dunkelbeige für mich. Ich war als Kind schon irgendwie anders……….ich hab mir Zahlen und Monate immer in Farben vorgestellt. Dezember z.B. ist bei mir gefühlt rostfarben, Januar definitiv beige. Frag mich bloß keiner warum. Wahrscheinlich hab ich als Kind  schon zuviel Chemie abbekommen. Jedenfalls ist es ein neues Jahr und man denkt, irgendwas müsste sich doch ändern. Am Arsch um es mal unfein auszudrücken. Es geht nahtlos weiter mit der Bearbeitung der vorhandenen Baustellen. Manchmal hat man ja so komische Vorahnungen. Als ich am 23. beim Kardiologen war habe ich als Gefühlszustand ‚optimistisch‘ gepostet. Ich weiß ich hatte eine Sekunde gezögert und gedacht, jedesmal wenn du denkst alles ist gut kommt das dicke Ende. Ich muss echt mal langsam mehr auf mich hören. Seit Herceptin war bislang immer alles okay, Herzecho vor allem, denn Blutdruck messen ist ja bekanntlich nicht wegen mit ohne Arme. Mein Puls hat es ja immer ein bisschen eilig……. aber bislang alles im grünen Bereich. Kaum bist du eigentlich beruhigt sagt der doc, also jetzt sieht man aber langsam, dass das Herz von den letzten Jahren angegriffen ist. Ja sag ich, ich auch aber da muss es nun mal durch. Wir sind immer noch nicht bei wünsche dir was. Nee, sagt der doc, ich sehe an den Wänden dass der Druck doch wohl manchmal zu hoch ist und, gucken Sie mal hier, diese Zacken sind zu nah an denen und ich denke, da wäre doch mal ein kleiner Betablocker angesagt, fand er gut die Idee, ich nicht. Ich fragte ihn dann, ob ich in den nächsten Wochen jetzt gleich tot umfallen würde, echt, das wärs ja, klapperst das volle Brustkrebsbehandlungsprogramm ab um dann tot umzufallen, ne, meint der doc aber wir müssen was machen, na toll. Die Diskussion über einen kleinen niedlichen harmlosen Betablocker haben wir dann auf Mai verschoben, bzw. ich habe die verschoben und der doc hat zähneknirschend zustimmen müssen. Ich mag ihn echt, aber die Zeiten sind lange vorbei, in denen ich sofort alles genommen habe was einem doc einfiel. In der Ruhe liegt die Kraft.

Weihnachten und Silvester waren schön. Mehrere Leute haben mich gefragt ob das jetzt nicht schwierig sei ohne meine Mutter das erste Mal und letztes Jahr zeichnete sich das ja um diese Zeit ab. Ich habe da natürlich verschärft drüber nachgedacht, muss aber zu meinem eigenen Erstaunen feststellen, alles ist gut. Natürlich hätte ich sie noch gerne so 30 Jahre gehabt, aber dadurch, dass ich alle Zeit hatte mich von ihr zu verabschieden, sind es schöne Erinnerungen und ich hab meinen Frieden damit gemacht. Jedenfalls hab ich mich bei Kollegin Edda durchgefressen, bei Rainer und in Germete, da kommt Germeta her, hab mit Dieter getrunken und mit Heidrun, war zwischendurch frühstücken mit Gudrun und Lutz und mit Sabine und ihrer Mutter, kurzgesagt, vollgefressen und getrunken, alle Vorgaben für das Jahresende erfüllt. Danke an alle, war schön, und alles vertragen auch ohne Betagedöns. Geht doch.

Aber natürlich hab ich mir auch was vorgenommen im neuen Jahr. Ich werde ein paar wichtige Entscheidungen treffen, das ist der Plan, ich hoffe nicht nur theoretisch sondern auch praktisch …… ich mach das auf jeden Fall, zumindest probieren ich das, kann ja erstmal klein anfangen……. Vielleicht nächste Woche oder die drauf? Ich hasse es, ich will mein gemütliches Leben wieder haben, aber sowas von sofort. Ich hatte am 27. eine nette Unterhaltung mit meiner Frauenärztin über das Thema Lebensqualität. Ich stellte den Aromatasehemmer in Frage, es kann sich niemand der nicht dieselben Probleme hat vorstellen, was das mit den Gelenken macht. Es tut mir absolut alles weh und ich kann kaum was festhalten und mich ordentlich bewegen. Ist es mir das wert? Nur weil ich ev. dadurch nicht so schnell einen Rückfall kriege und 10 Minuten länger lebe vielleicht? Vielleicht auch nicht, weiß auch keiner………. warum soll ich mir das weiter  antun?  Ich bin sooooo neidisch auf die Mädels, die sich einfach hinstellen und sagen, nö, mache ich nicht und nehme ich nicht. Eine absolute Bauchentscheidung. Cool, will ich auch. Trau ich mich aber im Moment noch nicht wirklich. Sind die Probleme nicht ev. doch durch Verschleiß wegen Contergan? Hätte ich das auch ohne Aromatasekacke?

Also hier ist der Plan für die nächsten Wochen. Äh, ja, also ……. am 9. muss ich zum Augenarzt, das eine sehende Auge hat irgendwie auch keine Lust mehr und möchte eine OP so wie es aussieht, aber ich nicht, am 11.1. hab ich endlich die Kniearthroskopie. Da freue ich mich direkt drauf, ich kann das scheiß Teil kaum knicken. Ist das durch habe ich ein Rendezvous mit dem Zahnarzt, drei Zähne müssen restauriert werden, zwischendurch muss ich  mir nen Termin für die nächste Zometainfusion machen und schon ist der Januar rum. Jedenfalls hab ich mir vorgenommen, während sich mein Knie erholt, das ist der Zeitpunkt zum nachdenken, wenn ich Glück habe, dann kommt mir was dazwischen…. aber zumindest ist das der Plan. Mal sehen wie das mit dem Knie läuft, bzw. wie ich laufe mit ohne Stützen, ne, das heisst nicht Krücken. Aber ich konnte den Anästhesisten so vollquatschen und  den doc überreden, den OP Termin auf 9 Uhr zu verlegen, dass ich im 8 schnell zum Hausarzt kann der mir den Port ansticht und ich von dort pünktlich zur OP komme und dann nix wie heim. Bin begeistert wenn ich mich durchsetzen kann . Das ist erstmal der Plan für die nahe Zukunft, es werden wieder 138 Dinge dazwischen kommen. Es ist wie im richtigen Leben.

Also Resümee,  ob 2016 oder 2017, es ändert  sich nix und das ist auch gut so. Weil jeder nur für sich selbst was ändern kann. Mal sehen, was ich alles umsetzen kann oder werde, Pläne greifen nur bedingt, man muss sich einach zwischendurch mal ums Leben kümmern. Ich finde es weiterhin spannend und toll und ätzend und grrrŕrrr……aber es ist ja meins und damit kann ich machen was ich will.

Ich wünsche euch allen ein gutes neues Jahr, jeder muss für sich entscheiden, was für ihn gut oder schlecht ist, also hört auf euch, scheißt drauf was andere sagen und bleibt neugierig auf das was kommt. Das, finde ich, ist ein ziemlich guter Plan.

Mein ganz persönliches Weihnachtsgefühl…. …

hat mich heute plötzlich und unerwartet von hinten angesprungen. Ich habe einen alten Freund im Klinikum besucht, hab ihn ein paar Jahre nicht gesehen. Letzte Woche habe ich zufällig erfahren, dass er im Krankenhaus liegt, irgendwas mit Krebs und es sähe nicht sooooo gut aus. Also habe ich fragen lassen ob ich kommen darf und ja, er würde sich freuen. Ich war heute da und wir haben ein Stündchen von den guten alten Zeiten geredet und wer schon alles nicht mehr da ist. Und manchmal entpuppt sich eine Katastrophe auf den 2. Blick als…  ………… irgendwie muss ich mir noch das passende Wort dazu suchen. Jedenfalls wurde bei einer Notoperation wegen eines geplatzten Gefäßes Bauchspeicheldrüsenkrebs im Anfangsstadium diagnostiziert und der hat noch nicht gestreut……. also kann man dem Gefäß nicht wirklich böse sein.

Wir haben dann beide festgestellt, dass das Leben viel zu kurz ist um jemanden aus den Augen zu verlieren, den man eigentlich mag. Also wollen wir uns in Zukunft wieder wie auch immer mehr umeinander kümmern. Eine echt gute Idee. Als ich raus bin, haben sich irgendwie alle angelächelt. Das war schon wirklich auffallend.

Dann bin ich über die Wolfhager nach Harleshausen zur Tierwelt. Um 18.00 , als die Schweigeminute für Berlin angesagt wurde, sind doch tatsächlich mehrere Autos rechts ran gefahren. Echt unglaublich, noch unglaublicher….keiner hat gehupt.

Und da war es plötzlich, mein Weihnachtsgefühl…..hoffentlich hält es ein paar Tage.

Und noch was haben wir beschlossen…..nächstes Jahr gibt es keinen Krebs sondern Langusten.

Schöne Weihnachten

Heute vor 3 Jahren

…. war meine Welt noch in Ordnung.

morgen vor 3 Jahren wurde ich unsanft aus meinem bequemen Leben geschossen.

morgen vor 2 Jahren habe ich geheiratet

morgen vor einem Jahr war irgendwie klar, dass meine Mutter ernsthaft erkrankt war.

2016 hat mich unglaublich viel Kraft gekostet. Manchmal denkt man im Nachhinein betrachtet, wie hab ich das bloß hingekriegt? Gut, dass mir diese Frage nie mittendrin einfällt… Im Januar ist meine Mutter verstorben, einfach so könnte man sagen. Ich musste mich ein dreiviertel Jahr mit der Friedhofsverwaltung und anderen Behörden streiten um meinen Bruder und meinen Stiefvater hier in den FriedWald unter unseren Baum umbetten zu lassen, das war wirklich unglaublich. Die Friedhöfe sind angepisst, die Menschen wählen andere Bestattungsformen und die kriegen ihre Gräber  nicht voll. Du hast kein Recht auf Umbettung in Deutschland und bist auf die Gnade einzelner Beamter angewiesen, aber Mutter und ich haben das ausgesessen, so dass wir alle 3 zusammen letzten Monat zusammen unter den Baum einziehen lassen konnten. Was mich ein bißchen versöhnt ist, in diesem Jahr sind so viele Menschen verstorben mit denen ich groß geworden bin, so ist sie in einer Reihe mit vielen Menschen, deren Tod ich völlig scheiße finde. Ja, ich weiß, klingt völlig bekloppt, habe aber auch nie behauptet, ich wäre normal. Normal kann jeder. Und ich habe mich von jemanden mental verabschiedet, von dem ich dachte, wir sind Freunde fürs Leben, leider hätte das nur funktioniert, hätte ich meine eigenen Meinungen angepasst. Es ist keine gute Idee jemandem nur deshalb zu verzeihen weil man ihn vermisst. Und das Jahr ging gnadenlos kacke weiter. Mit jedem Monat ist die Liste der Dinge die mir schwerer fallen oder so einfach nicht mehr gehen, länger geworden. Einfach mal den Fuß hoch und zugreifen, geht nicht mehr, das Bein dahin kriegen wo ich es brauche, nur unter stöhen und fluchen, mit den Zehen zugreifen um z.B. eine Kehrschaufel zu benutzen, nix, fällt raus. Den BH über den Kopf ziehen und fertig, ohne Türklinke brauche ich gar nicht anzufangen. Ich brauche alle möglichen Möbelstücke um hier und da einzuhaken oder den Arm abzustürzen oder auf fremden Klos die Hose wieder hochzuziehen, alles Dinge, die vor kurzem kein Problem waren. Das sind für mich elementare Dinge, die ein Langarmer gar nicht nachvollziehen kann. Und ich kenne alle meine Gelenke persönlich mit Vornamen, jedes einzelne tut weh und ich verhandel jeden Tag mit jedem einzelnen, los Knie, ich muss in die Hocke, jetzt mach mal nicht so blöd. Aber wie immer hört keine Sau auf mich. Und die ganzen Untersuchungen, hier mal ne MRT was das Hämagiom in der Leber so macht, da mal ne Ultraschall von der Brust, dann mal das Gefühl, äh, das war letzte Woche aber noch nicht da, dann mal zum Blut abnehmen, oh ein halbes Jahr ist um, gönne ich mir noch eine Infusion mit Zometa obwohl ich es scheiße vertrage, wieso habe ich plötzlich wieder eine Blutung? Vergiß den Zahnarzt nicht, Zometa kann Kiefernekrosen machen, neuer Termin für Mammografie und MRT. Und prompt kriege ich kein Ergebnis weil der Server abgekackt ist und sich die Bilder nicht aufbauen. Das mit den Blutungen darf irgendwie nicht sein, wir machen mal ne GebärmutterSpiegelung. Ganz toll, war schon immer ein Traum von mir. Mittlerweile humpel ich wie ein lahmes Pferd, MRT vom Knie war auch nett. Knie tot, am 11.1.17 gibt’s erstmal ne Arthroskopie um zu retten was zu retten ist. Meine Augen, bzw. das eine auf dem ich sehe, wird immer schlechter, tja, ich glaube sie müssen dann doch mal ne graue Star oP in Erwägung ziehen. Die Mädels von denen ich mitkriege, dass von einer Untersuchung zur anderen sich Metas ausgebreitet haben oder ein neuer Tumor plötzlich da ist, davon will ich lieber gar nichts erzählen. Was mich am meisten ärgert ist, ich weiß nicht, auf wen ich sauer sein soll. Woran jetzt genau ist der Doofkrebs mit dem Aromatasehemmer schuld und woran Contergan? Ich wette, die beiden hängen irgendwo gemeinsam ab und denken sich, tja Mädel, Pech, dann rate mal schön, wir sagen es dir nicht. Wenn ich mich so in der Conti-Kommunity umhöre…….. es geht stetig bergab. Kaum einer kann noch arbeiten und dieses ewige Hin und Her mit der Stiftung ist zermürbend. Kurz gesagt, Mist auf ganzer Linie. Ich habe keine Lust mehr auf Doofkreb und Contergan.

Natürlich hat bekanntlich jedes Ding seine 2 Seiten. Also auch 2016. Es gibt auch Dinge, die mich glücklich, stolz und zufrieden gemacht haben. Ich bin alles 3 in Bezug auf meine Mutter. Ich konnte ihr ermöglichen, hier Zuhause zu versterben, mit Udo Jürgens im Hintergrund, der Möglichkeit noch alles zu sagen und sich zu verabschieden. Das war natürlich nur mit Hilfe möglich aber es war mir soooooooooo wichtig und wenn man das erstmal verarbeitet hat, macht es einen stark und stolz. So kann ich mich immer mit einem Lächeln erinnern. Und ich habe über mich gelernt und Entscheidungen getroffen. Ich bin jetzt Mitglied bei der DGHS. Deutsche Gesellschaft für Humanes Sterben. Nein, wir planen nicht den kollektiven Selbstmord, finden es aber unsagbar wichtig, dass jeder so weit wie möglich über seinen Tod selbst bestimmen kann und dies auch umgesetzt wird, und sich Krankenhäuser oder Angehörige nicht darüber hinwegsetzen können. Desweiteren gehe ich schön regelmäßig zum Treffen der Gruppe Allianz gegen Brustkrebs. Ich war nie der Vereinstyp aber man bekommt viele Infos, kann sich mit anderen Frauen austauschen und muss nicht immer seine Befindlichkeiten erklären. Im richtigen Leben wird man oft angesprochen, schön, sie sehen ja gut aus, na ja, sie sind ja wieder gesund und können ihr Leben wieder genießen. Ja, ist klar, nur isses leider nicht so. Irgendwie fehlt einem da der Nerv für größere Erklärungen. Daher finde ich diese Gruppe  um so wichtig. Was mich auch sehr gefreut hat, RTL Hessen hat in meinem Blog gelesen und angefragt ob sie ein Portrait über mich machen dürfen. Ich war echt erstmal vorsichtig, auf sowas wie Bauer sucht Frau oder Schwiegertochter gesucht kann ich gar nicht, letztendlich nach einigen Gesprächen mit Alex Pitronik von RTL Hessen habe ich meinem Bauch vertraut. Der ist ja auch groß genug. Am meisten gefreut hat mich, dass Heidi von der Allianz gegen Brustkrebs mitgemach hat und ich finde, der Beitrag ist gut geworden. Wer mal Lust hat zu gucken, ich hab es nicht so mit verlinken…. bin blond, ne, war blond…

http://www.rtl-hessen.de      Sendung vom 08.12.16 Sabines Kampf gegen den Doofkrebs

Hier auch nochmal der link zum Artikel der HNA vom 18.08.16

http://www.hna.de/kassel/bietet-doofkrebs-paroli-macht-anderen-internet-6674444.html

auch sehr interessant: http://www.allianz-gegen-brustkrebs.de und http://www.denkwandel-coaching.de

Aber, das Allerwichtigste, Fanfare bitte……. ohne meine Freunde und Bekannten und Restfamilie ginge echt gar nichts. Ich habe Freunde, die mir beim Abschied meiner Mutter ihre ganze körperliche und mentale Kraft  gegeben haben, die immer da sind, auf die ich mich immer verlassen kann und ohne die ich manchmal nicht wüsste, ob ich hier weiter so klar komme. Also Dieter, Heidrun, Rainer, Peggy, Edda, Daniela, Claus,Marlies, Patricia, Gudrun, Sabine, Jutta und noch einige mehr…… ohne Euch wäre ich echt am Arsch. Wann immer ich was für Euch tun kann……sofort melden bitte. Ganz vielen Dank. Das macht mich glücklich. Ich hab immer noch den Job den ich liebe, ich trinke weiterhin Alkohol und esse Schokolade.

Was bleibt unterm Strich? Ich liebe mein Leben und gebe es freiwillig nicht her. Und wenn es nicht anders geht, dann muss ich mir eben eine Türklinke oder meinen Schrank mitnehmen. Dann ist es eben so. Ich will nichts ändern, ich bin glücklich und zufrieden und wenn ich mal am meckern bin, dann ist es auch gut. Ich behalte Doofkrebs, will keine langen Arme und habe weiterhin keine Angst vor dem Tod. Ich fände es einfach nur scheiße zu sterben weil ich noch so viel vor habe. Und zu sterben ist ja eh nicht der Plan. Ich bin mal gespannt auf 2017, was ich heute in einem Jahr schreiben werde. Das Jahr kriegt eine faire Chance, und ich hoffe, ich werde keinen von Euch verlieren….

Also: ich danke jedem Einzelnen von Euch dafür.

Angst essen Seele auf. ….

das  war ein Film mit Brigitte Mira in, ich glaube, den 80er Jahren. Wenn man nicht aufpasst,  dann stimmt das, leider  ……. und steuern kann man das auch nicht immer.

Heute war ich beim Optiker meiner Wahl,  trotz Kontaktlinsen hatte ich in den letzten Wochen das Gefühl,  hm, mit der 1. Kontaktlinse haste besser gesehen als jetzt, ist aber erst 2 oder 3 Monate her.  Die Überprüfung hat ergeben, mein Gefühl täuscht mich nicht, eine halbe Dioptrie mehr brauche ich. Na toll. Wie kann das in so kurzer Zeit sein? Es geht hier ja nicht darum, von minus 1 auf 1,5 zu wechseln. …… ich sehe durch Contergan nur auf einem Auge von Geburt an und das mit minus 10 Dioptrien. Okay,  ich kenne es nicht anders, aber wenn das einzige Auge dann doof macht, dann kriegt man schon ne mittelschwere Panik. Wann kommt das zum Stillstand? Ich bin ohne Auto aufgeschmissen. Da sagt doch jemand zu mir, mein Gott,  ich habe auch keine Auto. Die Infrastruktur ist doch so gut, da kommt man doch mit Bus und Bahn überall hin. Ja klar, typisch Langarmer,  dass ich meinen Einkauf mit einem Finger nicht tragen kann oder dass wegen mir schon lange keiner in der Straba mehr aufsteht,  dass mein Rücken nicht solange mitmacht …  da darf ich doch mal Dieter Nuhr bemühen: wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Fresse halten.

Was das wirklich blöd macht, ist einfach die Tatsache,  dass ich nicht mal dem Doofkrebs allein die Schuld geben kann. Hab auch beginnenden grauen Star und so kann einfach mein dezent fortgeschrittenes Alter daran mitwirken. Na toll …….und was hilft mir das weiter? Keine Ahnung. In den Beipackzetteln der Medis steht nicht wirklich,  dieses Medikament kann ihnen auf die Augen gehen, komischerweise kennt mein Optiker auch mehrere Leute,  deren Sehfähigkeit nach Behandlung schlechter wurde.

Also  wie heißt die Frage des Tages?  Ist es nicht doch der Aromatasehemmer, der macht Knochenschmerzen und all sowas. Was wäre , würde ich ihn einfach absetzen? Wo ist die Grenze meiner Frustationstoleranz? Ich liebe dieses Wort,  hat früher immer mein Lateinlehrer gesagt, klingt cool.

Desweiterem ärgert es mich,  dass mich das so beschäftigt. Normalerweise bin ich da schmerzfreier. Es ist eben wie es ist,  kann ja auch eigentlich nicht meckern,  und wenn überhaupt,  das wäre jammern auf hohen Niveau. Aber manchmal braucht man das einfach.

Außerdem geht mir das Jahr auf den Keks, dauernd sterben alle möglichen Leute, die meisten waren die Helden meiner Kindheit. Frechheit……. natürlich fing das Jahr schon mit dem Tod meiner Mutter an ………… aber kann es mich jetzt mal in Ruhe lassen? Ist jawohl mal nicht zuviel verlangt.

Okay,  klingt alles nach: das Glas ist halb leer, nö, es ist immer noch halb voll und es gibt Kontaktlinsen bis minus haste nicht gesehen Dioptrien und ich bin eben leicht übers Verfalldatum und überhaupt………alles gut, man muss nur zusehen, dass man in die richtige Richtung fällt. Ich stell nur mir immer vor, ich wandere auf so einem Gletscher, links geht es steil bergab und wenn du unten aufschlägt dann war es das, wenn du rechts rum fällst tut es auch erstmal weh, aber du rollst im Flachen aus und denkst, hm, hätte schlimmer ausgehen können. Also ist der Plan, ich kippe nach rechts……  na dann, dann geh ich jetzt erstmal schlafen, immer mit nem leichten Rechtsdrall natürlich, denn ich liebe es immer noch wie es ist, außer wahrscheinlich morgen früh wenn ich aufstehen muss…

Aber………… ich werde heute mal Ungehorsam proben. Ich nehme jetzt keinen Aromatasehemmer, hab Aperol getrunken und das kann ja auch nicht gut sein. Irgendwie guckt man sich um, sieht das auch keiner? Ist ja gut, morgen nehmen ich ihn wieder..

Sich von Krebs erholen…

….ist definitiv schwerer als ihn zu haben. Sagte Lance Armstrong. Wusste ich auch nicht, habe ich beim letzten Treffen Allianz gegen Brustkrebs gehört. Manchmal denke ich, wieso komme ich nicht auf so kluge Sprüche? Wahrscheinlich weil ich einfach zu wenig denke. Hab ich jetzt mal und muss sagen, ja, so isses. Während der Behandlung bist du voll im Stress und dauernd beschäftigt mit Arztterminen oder liegst im Bett und leidest mehr oder weniger unter den Nebenwirkungen einer Behandlung. Und jetzt? Würde ich morgens aufwachen und mir täte nix weh, hätte ich echt die Befürchtung, ich wäre tot. Aber nachdem was alles wehtut bin ich ja sowas vom am Leben. ………nur leider gerade mal wieder völlig genervt. Is klar, es sind wieder ein paar Monate rum und ich habe bis Weihnachten noch nen Haufen doofe Termine. MRT und Mammographie Brust, Kardiologe, Termin Krankenhaus wegen Studie, Zahnarzt, Chirurg wegen Knie, Augenarzt. Das wars wohl im Groben im Moment. Was mich nervt bin ich selber, je mehr Zeit vergeht, desto schnellere Schnappatmung kriegt man wenn irgendwo was quer hängt. Kopfschmerzen gleich Hirnmetas, Stiche in der Brust gleich Rezidiv. Und all son Kack. Aber damit muss man leben, aber was man so hört was anderen alles so passiert. … nicht gerade beruhigend.

Außerdem komme ich nicht in die Pötte. Ich müsste soviel machen, die Papiere sortieren, die Wohnung mal nach links drehen, die Sachen meiner Mutter sortieren, das ist auch blöd. Aber ich habe was Gutes gelesen, ich werde das wegräumen oder entsorgen, was nur gebraucht würde wäre sie noch da. Da kann ich mich mit anfreunden, nur im Moment nicht , jetzt muss ich erstmal noch ein bisschen jammern. Über was zum Beispiel noch? Hm, vielleicht über meine Füße, oh ja, das ist die Idee. Also die Zehen an beiden Füßen gehen auseinander. Also jeweils der 2. und 3. . Doc sagte, das Gewölbe ist durchgetreten, hä, was kann man da machen? Nichts, sozusagen Materialermüdung. Also alles Schuld von Chemotherapie, Aromatasehemmer und Zometa. Doofkrebs ist schuld daran. Na klar, wer sonst…. Äh, sagt der doc, sie haben da eine Kleinigkeit übersehen. Echt? Was denn zum Beispiel? Na ja, ihre Behinderung? So als Kurzarmer alles mit den Füßen zu machen geht auch nicht ewig gut, und der Rücken, ah stimmt, ausgeprägte rechtskonvexe Rotationsskoliose. Ich vergaß….. scheiß, Doofkrebs ist doch nicht an allem schuld? Passt mir jetzt irgendwie mal gar nicht.Na gut, ich gebe nach.

Letzte Woche hatte ich wieder ein nettes Erlebnis mit der Radiologie. Ich habe mir Termine für Mammo und MRT gemacht. Sagte die nette junge Dame, am besten wir machen die Termine an einem Tag gleich hintereinander. Erst Mammo, dann MRT. Tja sag ich, ob das mit der Portnadel geht, ne Mammo. Die ist bestimmt im Weg. Nein, das geht, ah ja, außerdem können wir den danach anstechen. Echt, cool, seit wann das denn? Kam noch jemand dazu und die beiden diskutierten, Dr. sowieso hätte das doch schon früher mal gemacht. Wir erinnern uns, das letzte Mal musste ich halb angestochen und blutend über die Straße zu meinem doc, der die Nummer dann gerettet hat. Ich versuchte die angeregte Diskussion zu unterbrechen, ging nicht. Nachdem die dann beschlossen hatten wie es läuft, erklärte ich ihnen mit einem freundlichen NEIN, dass es so läuft wie ich mir das vorstelle. Eher ich mir da nochmal freiwillig wo reinstechen lasse, mache ich es lieber selber. Ich finde es immer wieder klasse, wie über einen hinweg geredet wird. Genauso wie: waren sie schon mal bei uns? Wie kommen Sie darauf? Seit 3 Jahren renne ich alle 3 Monate hier rum und lasse irgendwas röntgen, mrt..en oder ct..en. sie müssen den Bogen ausfüllen. Mach ich glatt, das letzte Mal habe ich quer geschrieben: Bitte fragen Sie Ihren PC. Manchmal ist es auch lustig. Komme dahin und gebe Überweisung ab. Eine der Damen die mich kennt, ah Frau Kuhnt, was ist? MRT sag ich, rechts oder links? Rechts, doc will vor OP noch gucken. Ja klar, hoffen wir mal, dass alles gut ist. Nö, sag ich, ich kann kaum noch die Treppe runter laufen. Was für ne Treppe? Na Treppe….. von was reden wir hier eigentlich? Knie MRT?! Wieso Knie? Ich sag sorry, dachte mal nur Brust ist auf Dauer auch langweilig. Haben wir uns angeguckt und gelacht. Sagt eine Frau hinter mir: dass sie noch lachen können! Und wie ich das kann. Früher hätte sie mir bestimmt ne Mark geschenkt. Das waren noch Zeiten. Ich habe ganz oft in der Weihnachtszeit von meistens älteren Leuten Geld zugesteckt bekommen, ein oder zwei Mark. Zu Anfang war ich immer empört, bis ich mal gerafft habe, dass denen das ganz wichtig war. Hatten selber kaum Geld und haben aber für Behinderte was gegeben. Als ich das begriffen habe, habe ich das Geld dankend genommen und dann weiter gespendet. Aber die Leute waren richtig glücklich, dass ich mich so „gefreut“ hatte. Die Zeiten sind sind aber schon lange vorbei.

Ja die guten alten Zeiten. ……. ich finde jede Zeit hat etwas Gutes. Alles hat seine Zeit und jetzt ist eben mal die Zeit des Doofkrebses und dessen Nachwehen. Auf so ein Jahr wie 2016 kann ich echt verzichten. Meine Kollegenmädels Edda und Daniela sagen immer ich spinne, aber ich behaupte, 2016 ist Mist. So viele Menschen mit denen ich praktisch aufgewachsen bin sind verstorben. Und natürlich meine Mutter. Ich habe manchmal das Gefühl, mein Leben ist immer 3 Wochen schneller als ich. Aber warte mal ab liebes Leben. Am 11.1. wird mein Knie operiert und dann werde ich dich sowas von einholen. .. das ist eine Drohung.

So genug gejammert. Mir ist kalt und ich bin müde und die Nase läuft, der Kopf dröhnt, der Hals kratzt, der Kreislauf wackelt und ich werde morgen einfach mal liegen bleiben, obwohl Mutti immer sagte: Montags und Freitags ist man nicht krank. …. aber ich denke, eine Ausnahme kann man ja machen. Meine Mädels wissen Bescheid, Chef hat ne Mail von mir und ich gehe jetzt nicht über Los sondern ins Bett. Alles ist wie immer und das ist auch gut so. Ich möchte immer noch mit keinem tauschen. In diesem Sinne: lieber Arm ab als arm dran. Gute Nacht John-Boy

Echt wichtig. ..

…..bevor meine Chemodemenz wieder Oberwasser hat. Ich hatte heute einen Termin im Krankenhaus bei Dr. Schmatloch. Irgendwie lief es nicht rund, komische Blutung,  die da nicht hingehört, hier und da tut tatsächlich was weh und da nen Knubbel…….alles son blöder Kram, der einer ordentlichen Doofbrustkrebspatientin die eine oder andere Schweißperle auf die Stirn treibt. Nachdem das alles hinreichend von vorne bis hinten und oben bis unten begutachtet und das weitere Vorgehen besprochen wurde, fragte ich dann ganz nett, wie es denn mit einer MRT wäre. Ob ich ihr eine Überweisung aus den Rippen leider könnte? Auf die Frage wieso MRT habe ich dann mein ganzes Halbwissen ausgepackt,  von wegen Brustdichte, Narben usw. . Schön und gut sagte sie,  aber für Mikrokalk ist Mammographie besser. Ja aber, nix aber,  eine ordentliche Nachsorge besteht aus Ultraschall,  Mammographie und MRT. Ah jaaaaaaaaaaaa..? Aber die ganzen FÄ erzählen immer, Mammographie ist lt. Leitlinien angesagt und freiwillig rückt kaum einer ne MRT raus.

Lt. Dr. Schmatloch, Chefärztin BZ Elisabeth Krankenhaus Kassel: wenn man Brustkrebs gehabt hat, dann ist MRT eine Kassenleistung.  Eine richtige Nachsorge besteht, wie gesagt, aus Ultraschall und Mammographie und MRT. Das belastet kein  Budget, gibt keinen Ärger mit der Kasse, es ist einfach Kassenleistung. Warum FÄ das nicht machen weiß sie auch nicht, vielleicht wissen sie es nicht.

Also: es ist unser Recht. Wer eine kennt die eine kennt…….. nicht abspeisen lassen. Besteht darauf. Ich habe sofort die Überweisungen bekomme .

Als Vorsorgeleistung gibt es weiterhin Mammographie als Kassenkeistung, also wer keinen BK hat und ne MRT will, muss entweder selber bezahlen oder es muss einen Verdacht geben. Oder Brustdichte 3 oder 4.

Ich fühle mich weiter sehr wohl im EKH bei Schmati, wie sie genannt wird von Leuten die sie mögen, ich vertraue ihr und den anderen docs und geHe immer mit einem besseren Gefühl raus als ich rein kam. Einfach mal danke…..und Mädels: setzt euch durch