Mein ganz persönliches Weihnachtsgefühl…. …

hat mich heute plötzlich und unerwartet von hinten angesprungen. Ich habe einen alten Freund im Klinikum besucht, hab ihn ein paar Jahre nicht gesehen. Letzte Woche habe ich zufällig erfahren, dass er im Krankenhaus liegt, irgendwas mit Krebs und es sähe nicht sooooo gut aus. Also habe ich fragen lassen ob ich kommen darf und ja, er würde sich freuen. Ich war heute da und wir haben ein Stündchen von den guten alten Zeiten geredet und wer schon alles nicht mehr da ist. Und manchmal entpuppt sich eine Katastrophe auf den 2. Blick als…  ………… irgendwie muss ich mir noch das passende Wort dazu suchen. Jedenfalls wurde bei einer Notoperation wegen eines geplatzten Gefäßes Bauchspeicheldrüsenkrebs im Anfangsstadium diagnostiziert und der hat noch nicht gestreut……. also kann man dem Gefäß nicht wirklich böse sein.

Wir haben dann beide festgestellt, dass das Leben viel zu kurz ist um jemanden aus den Augen zu verlieren, den man eigentlich mag. Also wollen wir uns in Zukunft wieder wie auch immer mehr umeinander kümmern. Eine echt gute Idee. Als ich raus bin, haben sich irgendwie alle angelächelt. Das war schon wirklich auffallend.

Dann bin ich über die Wolfhager nach Harleshausen zur Tierwelt. Um 18.00 , als die Schweigeminute für Berlin angesagt wurde, sind doch tatsächlich mehrere Autos rechts ran gefahren. Echt unglaublich, noch unglaublicher….keiner hat gehupt.

Und da war es plötzlich, mein Weihnachtsgefühl…..hoffentlich hält es ein paar Tage.

Und noch was haben wir beschlossen…..nächstes Jahr gibt es keinen Krebs sondern Langusten.

Schöne Weihnachten

Heute vor 3 Jahren

…. war meine Welt noch in Ordnung.

morgen vor 3 Jahren wurde ich unsanft aus meinem bequemen Leben geschossen.

morgen vor 2 Jahren habe ich geheiratet

morgen vor einem Jahr war irgendwie klar, dass meine Mutter ernsthaft erkrankt war.

2016 hat mich unglaublich viel Kraft gekostet. Manchmal denkt man im Nachhinein betrachtet, wie hab ich das bloß hingekriegt? Gut, dass mir diese Frage nie mittendrin einfällt… Im Januar ist meine Mutter verstorben, einfach so könnte man sagen. Ich musste mich ein dreiviertel Jahr mit der Friedhofsverwaltung und anderen Behörden streiten um meinen Bruder und meinen Stiefvater hier in den FriedWald unter unseren Baum umbetten zu lassen, das war wirklich unglaublich. Die Friedhöfe sind angepisst, die Menschen wählen andere Bestattungsformen und die kriegen ihre Gräber  nicht voll. Du hast kein Recht auf Umbettung in Deutschland und bist auf die Gnade einzelner Beamter angewiesen, aber Mutter und ich haben das ausgesessen, so dass wir alle 3 zusammen letzten Monat zusammen unter den Baum einziehen lassen konnten. Was mich ein bißchen versöhnt ist, in diesem Jahr sind so viele Menschen verstorben mit denen ich groß geworden bin, so ist sie in einer Reihe mit vielen Menschen, deren Tod ich völlig scheiße finde. Ja, ich weiß, klingt völlig bekloppt, habe aber auch nie behauptet, ich wäre normal. Normal kann jeder. Und ich habe mich von jemanden mental verabschiedet, von dem ich dachte, wir sind Freunde fürs Leben, leider hätte das nur funktioniert, hätte ich meine eigenen Meinungen angepasst. Es ist keine gute Idee jemandem nur deshalb zu verzeihen weil man ihn vermisst. Und das Jahr ging gnadenlos kacke weiter. Mit jedem Monat ist die Liste der Dinge die mir schwerer fallen oder so einfach nicht mehr gehen, länger geworden. Einfach mal den Fuß hoch und zugreifen, geht nicht mehr, das Bein dahin kriegen wo ich es brauche, nur unter stöhen und fluchen, mit den Zehen zugreifen um z.B. eine Kehrschaufel zu benutzen, nix, fällt raus. Den BH über den Kopf ziehen und fertig, ohne Türklinke brauche ich gar nicht anzufangen. Ich brauche alle möglichen Möbelstücke um hier und da einzuhaken oder den Arm abzustürzen oder auf fremden Klos die Hose wieder hochzuziehen, alles Dinge, die vor kurzem kein Problem waren. Das sind für mich elementare Dinge, die ein Langarmer gar nicht nachvollziehen kann. Und ich kenne alle meine Gelenke persönlich mit Vornamen, jedes einzelne tut weh und ich verhandel jeden Tag mit jedem einzelnen, los Knie, ich muss in die Hocke, jetzt mach mal nicht so blöd. Aber wie immer hört keine Sau auf mich. Und die ganzen Untersuchungen, hier mal ne MRT was das Hämagiom in der Leber so macht, da mal ne Ultraschall von der Brust, dann mal das Gefühl, äh, das war letzte Woche aber noch nicht da, dann mal zum Blut abnehmen, oh ein halbes Jahr ist um, gönne ich mir noch eine Infusion mit Zometa obwohl ich es scheiße vertrage, wieso habe ich plötzlich wieder eine Blutung? Vergiß den Zahnarzt nicht, Zometa kann Kiefernekrosen machen, neuer Termin für Mammografie und MRT. Und prompt kriege ich kein Ergebnis weil der Server abgekackt ist und sich die Bilder nicht aufbauen. Das mit den Blutungen darf irgendwie nicht sein, wir machen mal ne GebärmutterSpiegelung. Ganz toll, war schon immer ein Traum von mir. Mittlerweile humpel ich wie ein lahmes Pferd, MRT vom Knie war auch nett. Knie tot, am 11.1.17 gibt’s erstmal ne Arthroskopie um zu retten was zu retten ist. Meine Augen, bzw. das eine auf dem ich sehe, wird immer schlechter, tja, ich glaube sie müssen dann doch mal ne graue Star oP in Erwägung ziehen. Die Mädels von denen ich mitkriege, dass von einer Untersuchung zur anderen sich Metas ausgebreitet haben oder ein neuer Tumor plötzlich da ist, davon will ich lieber gar nichts erzählen. Was mich am meisten ärgert ist, ich weiß nicht, auf wen ich sauer sein soll. Woran jetzt genau ist der Doofkrebs mit dem Aromatasehemmer schuld und woran Contergan? Ich wette, die beiden hängen irgendwo gemeinsam ab und denken sich, tja Mädel, Pech, dann rate mal schön, wir sagen es dir nicht. Wenn ich mich so in der Conti-Kommunity umhöre…….. es geht stetig bergab. Kaum einer kann noch arbeiten und dieses ewige Hin und Her mit der Stiftung ist zermürbend. Kurz gesagt, Mist auf ganzer Linie. Ich habe keine Lust mehr auf Doofkreb und Contergan.

Natürlich hat bekanntlich jedes Ding seine 2 Seiten. Also auch 2016. Es gibt auch Dinge, die mich glücklich, stolz und zufrieden gemacht haben. Ich bin alles 3 in Bezug auf meine Mutter. Ich konnte ihr ermöglichen, hier Zuhause zu versterben, mit Udo Jürgens im Hintergrund, der Möglichkeit noch alles zu sagen und sich zu verabschieden. Das war natürlich nur mit Hilfe möglich aber es war mir soooooooooo wichtig und wenn man das erstmal verarbeitet hat, macht es einen stark und stolz. So kann ich mich immer mit einem Lächeln erinnern. Und ich habe über mich gelernt und Entscheidungen getroffen. Ich bin jetzt Mitglied bei der DGHS. Deutsche Gesellschaft für Humanes Sterben. Nein, wir planen nicht den kollektiven Selbstmord, finden es aber unsagbar wichtig, dass jeder so weit wie möglich über seinen Tod selbst bestimmen kann und dies auch umgesetzt wird, und sich Krankenhäuser oder Angehörige nicht darüber hinwegsetzen können. Desweiteren gehe ich schön regelmäßig zum Treffen der Gruppe Allianz gegen Brustkrebs. Ich war nie der Vereinstyp aber man bekommt viele Infos, kann sich mit anderen Frauen austauschen und muss nicht immer seine Befindlichkeiten erklären. Im richtigen Leben wird man oft angesprochen, schön, sie sehen ja gut aus, na ja, sie sind ja wieder gesund und können ihr Leben wieder genießen. Ja, ist klar, nur isses leider nicht so. Irgendwie fehlt einem da der Nerv für größere Erklärungen. Daher finde ich diese Gruppe  um so wichtig. Was mich auch sehr gefreut hat, RTL Hessen hat in meinem Blog gelesen und angefragt ob sie ein Portrait über mich machen dürfen. Ich war echt erstmal vorsichtig, auf sowas wie Bauer sucht Frau oder Schwiegertochter gesucht kann ich gar nicht, letztendlich nach einigen Gesprächen mit Alex Pitronik von RTL Hessen habe ich meinem Bauch vertraut. Der ist ja auch groß genug. Am meisten gefreut hat mich, dass Heidi von der Allianz gegen Brustkrebs mitgemach hat und ich finde, der Beitrag ist gut geworden. Wer mal Lust hat zu gucken, ich hab es nicht so mit verlinken…. bin blond, ne, war blond…

http://www.rtl-hessen.de      Sendung vom 08.12.16 Sabines Kampf gegen den Doofkrebs

Hier auch nochmal der link zum Artikel der HNA vom 18.08.16

http://www.hna.de/kassel/bietet-doofkrebs-paroli-macht-anderen-internet-6674444.html

auch sehr interessant: http://www.allianz-gegen-brustkrebs.de und http://www.denkwandel-coaching.de

Aber, das Allerwichtigste, Fanfare bitte……. ohne meine Freunde und Bekannten und Restfamilie ginge echt gar nichts. Ich habe Freunde, die mir beim Abschied meiner Mutter ihre ganze körperliche und mentale Kraft  gegeben haben, die immer da sind, auf die ich mich immer verlassen kann und ohne die ich manchmal nicht wüsste, ob ich hier weiter so klar komme. Also Dieter, Heidrun, Rainer, Peggy, Edda, Daniela, Claus,Marlies, Patricia, Gudrun, Sabine, Jutta und noch einige mehr…… ohne Euch wäre ich echt am Arsch. Wann immer ich was für Euch tun kann……sofort melden bitte. Ganz vielen Dank. Das macht mich glücklich. Ich hab immer noch den Job den ich liebe, ich trinke weiterhin Alkohol und esse Schokolade.

Was bleibt unterm Strich? Ich liebe mein Leben und gebe es freiwillig nicht her. Und wenn es nicht anders geht, dann muss ich mir eben eine Türklinke oder meinen Schrank mitnehmen. Dann ist es eben so. Ich will nichts ändern, ich bin glücklich und zufrieden und wenn ich mal am meckern bin, dann ist es auch gut. Ich behalte Doofkrebs, will keine langen Arme und habe weiterhin keine Angst vor dem Tod. Ich fände es einfach nur scheiße zu sterben weil ich noch so viel vor habe. Und zu sterben ist ja eh nicht der Plan. Ich bin mal gespannt auf 2017, was ich heute in einem Jahr schreiben werde. Das Jahr kriegt eine faire Chance, und ich hoffe, ich werde keinen von Euch verlieren….

Also: ich danke jedem Einzelnen von Euch dafür.

Angst essen Seele auf. ….

das  war ein Film mit Brigitte Mira in, ich glaube, den 80er Jahren. Wenn man nicht aufpasst,  dann stimmt das, leider  ……. und steuern kann man das auch nicht immer.

Heute war ich beim Optiker meiner Wahl,  trotz Kontaktlinsen hatte ich in den letzten Wochen das Gefühl,  hm, mit der 1. Kontaktlinse haste besser gesehen als jetzt, ist aber erst 2 oder 3 Monate her.  Die Überprüfung hat ergeben, mein Gefühl täuscht mich nicht, eine halbe Dioptrie mehr brauche ich. Na toll. Wie kann das in so kurzer Zeit sein? Es geht hier ja nicht darum, von minus 1 auf 1,5 zu wechseln. …… ich sehe durch Contergan nur auf einem Auge von Geburt an und das mit minus 10 Dioptrien. Okay,  ich kenne es nicht anders, aber wenn das einzige Auge dann doof macht, dann kriegt man schon ne mittelschwere Panik. Wann kommt das zum Stillstand? Ich bin ohne Auto aufgeschmissen. Da sagt doch jemand zu mir, mein Gott,  ich habe auch keine Auto. Die Infrastruktur ist doch so gut, da kommt man doch mit Bus und Bahn überall hin. Ja klar, typisch Langarmer,  dass ich meinen Einkauf mit einem Finger nicht tragen kann oder dass wegen mir schon lange keiner in der Straba mehr aufsteht,  dass mein Rücken nicht solange mitmacht …  da darf ich doch mal Dieter Nuhr bemühen: wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Fresse halten.

Was das wirklich blöd macht, ist einfach die Tatsache,  dass ich nicht mal dem Doofkrebs allein die Schuld geben kann. Hab auch beginnenden grauen Star und so kann einfach mein dezent fortgeschrittenes Alter daran mitwirken. Na toll …….und was hilft mir das weiter? Keine Ahnung. In den Beipackzetteln der Medis steht nicht wirklich,  dieses Medikament kann ihnen auf die Augen gehen, komischerweise kennt mein Optiker auch mehrere Leute,  deren Sehfähigkeit nach Behandlung schlechter wurde.

Also  wie heißt die Frage des Tages?  Ist es nicht doch der Aromatasehemmer, der macht Knochenschmerzen und all sowas. Was wäre , würde ich ihn einfach absetzen? Wo ist die Grenze meiner Frustationstoleranz? Ich liebe dieses Wort,  hat früher immer mein Lateinlehrer gesagt, klingt cool.

Desweiterem ärgert es mich,  dass mich das so beschäftigt. Normalerweise bin ich da schmerzfreier. Es ist eben wie es ist,  kann ja auch eigentlich nicht meckern,  und wenn überhaupt,  das wäre jammern auf hohen Niveau. Aber manchmal braucht man das einfach.

Außerdem geht mir das Jahr auf den Keks, dauernd sterben alle möglichen Leute, die meisten waren die Helden meiner Kindheit. Frechheit……. natürlich fing das Jahr schon mit dem Tod meiner Mutter an ………… aber kann es mich jetzt mal in Ruhe lassen? Ist jawohl mal nicht zuviel verlangt.

Okay,  klingt alles nach: das Glas ist halb leer, nö, es ist immer noch halb voll und es gibt Kontaktlinsen bis minus haste nicht gesehen Dioptrien und ich bin eben leicht übers Verfalldatum und überhaupt………alles gut, man muss nur zusehen, dass man in die richtige Richtung fällt. Ich stell nur mir immer vor, ich wandere auf so einem Gletscher, links geht es steil bergab und wenn du unten aufschlägt dann war es das, wenn du rechts rum fällst tut es auch erstmal weh, aber du rollst im Flachen aus und denkst, hm, hätte schlimmer ausgehen können. Also ist der Plan, ich kippe nach rechts……  na dann, dann geh ich jetzt erstmal schlafen, immer mit nem leichten Rechtsdrall natürlich, denn ich liebe es immer noch wie es ist, außer wahrscheinlich morgen früh wenn ich aufstehen muss…

Aber………… ich werde heute mal Ungehorsam proben. Ich nehme jetzt keinen Aromatasehemmer, hab Aperol getrunken und das kann ja auch nicht gut sein. Irgendwie guckt man sich um, sieht das auch keiner? Ist ja gut, morgen nehmen ich ihn wieder..

Sich von Krebs erholen…

….ist definitiv schwerer als ihn zu haben. Sagte Lance Armstrong. Wusste ich auch nicht, habe ich beim letzten Treffen Allianz gegen Brustkrebs gehört. Manchmal denke ich, wieso komme ich nicht auf so kluge Sprüche? Wahrscheinlich weil ich einfach zu wenig denke. Hab ich jetzt mal und muss sagen, ja, so isses. Während der Behandlung bist du voll im Stress und dauernd beschäftigt mit Arztterminen oder liegst im Bett und leidest mehr oder weniger unter den Nebenwirkungen einer Behandlung. Und jetzt? Würde ich morgens aufwachen und mir täte nix weh, hätte ich echt die Befürchtung, ich wäre tot. Aber nachdem was alles wehtut bin ich ja sowas vom am Leben. ………nur leider gerade mal wieder völlig genervt. Is klar, es sind wieder ein paar Monate rum und ich habe bis Weihnachten noch nen Haufen doofe Termine. MRT und Mammographie Brust, Kardiologe, Termin Krankenhaus wegen Studie, Zahnarzt, Chirurg wegen Knie, Augenarzt. Das wars wohl im Groben im Moment. Was mich nervt bin ich selber, je mehr Zeit vergeht, desto schnellere Schnappatmung kriegt man wenn irgendwo was quer hängt. Kopfschmerzen gleich Hirnmetas, Stiche in der Brust gleich Rezidiv. Und all son Kack. Aber damit muss man leben, aber was man so hört was anderen alles so passiert. … nicht gerade beruhigend.

Außerdem komme ich nicht in die Pötte. Ich müsste soviel machen, die Papiere sortieren, die Wohnung mal nach links drehen, die Sachen meiner Mutter sortieren, das ist auch blöd. Aber ich habe was Gutes gelesen, ich werde das wegräumen oder entsorgen, was nur gebraucht würde wäre sie noch da. Da kann ich mich mit anfreunden, nur im Moment nicht , jetzt muss ich erstmal noch ein bisschen jammern. Über was zum Beispiel noch? Hm, vielleicht über meine Füße, oh ja, das ist die Idee. Also die Zehen an beiden Füßen gehen auseinander. Also jeweils der 2. und 3. . Doc sagte, das Gewölbe ist durchgetreten, hä, was kann man da machen? Nichts, sozusagen Materialermüdung. Also alles Schuld von Chemotherapie, Aromatasehemmer und Zometa. Doofkrebs ist schuld daran. Na klar, wer sonst…. Äh, sagt der doc, sie haben da eine Kleinigkeit übersehen. Echt? Was denn zum Beispiel? Na ja, ihre Behinderung? So als Kurzarmer alles mit den Füßen zu machen geht auch nicht ewig gut, und der Rücken, ah stimmt, ausgeprägte rechtskonvexe Rotationsskoliose. Ich vergaß….. scheiß, Doofkrebs ist doch nicht an allem schuld? Passt mir jetzt irgendwie mal gar nicht.Na gut, ich gebe nach.

Letzte Woche hatte ich wieder ein nettes Erlebnis mit der Radiologie. Ich habe mir Termine für Mammo und MRT gemacht. Sagte die nette junge Dame, am besten wir machen die Termine an einem Tag gleich hintereinander. Erst Mammo, dann MRT. Tja sag ich, ob das mit der Portnadel geht, ne Mammo. Die ist bestimmt im Weg. Nein, das geht, ah ja, außerdem können wir den danach anstechen. Echt, cool, seit wann das denn? Kam noch jemand dazu und die beiden diskutierten, Dr. sowieso hätte das doch schon früher mal gemacht. Wir erinnern uns, das letzte Mal musste ich halb angestochen und blutend über die Straße zu meinem doc, der die Nummer dann gerettet hat. Ich versuchte die angeregte Diskussion zu unterbrechen, ging nicht. Nachdem die dann beschlossen hatten wie es läuft, erklärte ich ihnen mit einem freundlichen NEIN, dass es so läuft wie ich mir das vorstelle. Eher ich mir da nochmal freiwillig wo reinstechen lasse, mache ich es lieber selber. Ich finde es immer wieder klasse, wie über einen hinweg geredet wird. Genauso wie: waren sie schon mal bei uns? Wie kommen Sie darauf? Seit 3 Jahren renne ich alle 3 Monate hier rum und lasse irgendwas röntgen, mrt..en oder ct..en. sie müssen den Bogen ausfüllen. Mach ich glatt, das letzte Mal habe ich quer geschrieben: Bitte fragen Sie Ihren PC. Manchmal ist es auch lustig. Komme dahin und gebe Überweisung ab. Eine der Damen die mich kennt, ah Frau Kuhnt, was ist? MRT sag ich, rechts oder links? Rechts, doc will vor OP noch gucken. Ja klar, hoffen wir mal, dass alles gut ist. Nö, sag ich, ich kann kaum noch die Treppe runter laufen. Was für ne Treppe? Na Treppe….. von was reden wir hier eigentlich? Knie MRT?! Wieso Knie? Ich sag sorry, dachte mal nur Brust ist auf Dauer auch langweilig. Haben wir uns angeguckt und gelacht. Sagt eine Frau hinter mir: dass sie noch lachen können! Und wie ich das kann. Früher hätte sie mir bestimmt ne Mark geschenkt. Das waren noch Zeiten. Ich habe ganz oft in der Weihnachtszeit von meistens älteren Leuten Geld zugesteckt bekommen, ein oder zwei Mark. Zu Anfang war ich immer empört, bis ich mal gerafft habe, dass denen das ganz wichtig war. Hatten selber kaum Geld und haben aber für Behinderte was gegeben. Als ich das begriffen habe, habe ich das Geld dankend genommen und dann weiter gespendet. Aber die Leute waren richtig glücklich, dass ich mich so „gefreut“ hatte. Die Zeiten sind sind aber schon lange vorbei.

Ja die guten alten Zeiten. ……. ich finde jede Zeit hat etwas Gutes. Alles hat seine Zeit und jetzt ist eben mal die Zeit des Doofkrebses und dessen Nachwehen. Auf so ein Jahr wie 2016 kann ich echt verzichten. Meine Kollegenmädels Edda und Daniela sagen immer ich spinne, aber ich behaupte, 2016 ist Mist. So viele Menschen mit denen ich praktisch aufgewachsen bin sind verstorben. Und natürlich meine Mutter. Ich habe manchmal das Gefühl, mein Leben ist immer 3 Wochen schneller als ich. Aber warte mal ab liebes Leben. Am 11.1. wird mein Knie operiert und dann werde ich dich sowas von einholen. .. das ist eine Drohung.

So genug gejammert. Mir ist kalt und ich bin müde und die Nase läuft, der Kopf dröhnt, der Hals kratzt, der Kreislauf wackelt und ich werde morgen einfach mal liegen bleiben, obwohl Mutti immer sagte: Montags und Freitags ist man nicht krank. …. aber ich denke, eine Ausnahme kann man ja machen. Meine Mädels wissen Bescheid, Chef hat ne Mail von mir und ich gehe jetzt nicht über Los sondern ins Bett. Alles ist wie immer und das ist auch gut so. Ich möchte immer noch mit keinem tauschen. In diesem Sinne: lieber Arm ab als arm dran. Gute Nacht John-Boy

Echt wichtig. ..

…..bevor meine Chemodemenz wieder Oberwasser hat. Ich hatte heute einen Termin im Krankenhaus bei Dr. Schmatloch. Irgendwie lief es nicht rund, komische Blutung,  die da nicht hingehört, hier und da tut tatsächlich was weh und da nen Knubbel…….alles son blöder Kram, der einer ordentlichen Doofbrustkrebspatientin die eine oder andere Schweißperle auf die Stirn treibt. Nachdem das alles hinreichend von vorne bis hinten und oben bis unten begutachtet und das weitere Vorgehen besprochen wurde, fragte ich dann ganz nett, wie es denn mit einer MRT wäre. Ob ich ihr eine Überweisung aus den Rippen leider könnte? Auf die Frage wieso MRT habe ich dann mein ganzes Halbwissen ausgepackt,  von wegen Brustdichte, Narben usw. . Schön und gut sagte sie,  aber für Mikrokalk ist Mammographie besser. Ja aber, nix aber,  eine ordentliche Nachsorge besteht aus Ultraschall,  Mammographie und MRT. Ah jaaaaaaaaaaaa..? Aber die ganzen FÄ erzählen immer, Mammographie ist lt. Leitlinien angesagt und freiwillig rückt kaum einer ne MRT raus.

Lt. Dr. Schmatloch, Chefärztin BZ Elisabeth Krankenhaus Kassel: wenn man Brustkrebs gehabt hat, dann ist MRT eine Kassenleistung.  Eine richtige Nachsorge besteht, wie gesagt, aus Ultraschall und Mammographie und MRT. Das belastet kein  Budget, gibt keinen Ärger mit der Kasse, es ist einfach Kassenleistung. Warum FÄ das nicht machen weiß sie auch nicht, vielleicht wissen sie es nicht.

Also: es ist unser Recht. Wer eine kennt die eine kennt…….. nicht abspeisen lassen. Besteht darauf. Ich habe sofort die Überweisungen bekomme .

Als Vorsorgeleistung gibt es weiterhin Mammographie als Kassenkeistung, also wer keinen BK hat und ne MRT will, muss entweder selber bezahlen oder es muss einen Verdacht geben. Oder Brustdichte 3 oder 4.

Ich fühle mich weiter sehr wohl im EKH bei Schmati, wie sie genannt wird von Leuten die sie mögen, ich vertraue ihr und den anderen docs und geHe immer mit einem besseren Gefühl raus als ich rein kam. Einfach mal danke…..und Mädels: setzt euch durch

Wäre ich eine Fledermaus

….würde ich jetzt erst mal 2 Wochen irgendwo im Dunkeln rumhängen. Aber leider sind wir nicht bei wünsch dir was. Dauernd ist irgendwas anderes und ich soll irgendwelche Entscheidungen treffen, am besten schon vorgestern. Meine Lieblingssituation, da steh ich ja voll drauf. Natürlich kann man sich mit 2 bis 27 Leuten unterhalten, aber wo es lang geht muss man selbst entscheiden.

Letzte Woche war in Kassel in der Stadthalle eine größere Veranstaltung zum Thema Brustkrebs. Es waren auch echt ein Haufen Leute da und ich habe einige Mädels wiedergetroffen und auch erfahren, wer zwischenzeitlich doch verloren hat. Was sicher ist, kein Doofkrebs ist wie der andere. Das Ding ist wie ne Wundertüte. Prognose ist eigentlich nur statistisch zu sehen und, hey, seh ich aus wie eine Statistik? Natürlich macht sich jeder Gedanken, mal mehr und mal weniger. Ich definitiv weniger, aber wenn du so in Vorträgen sitzt und dir anhörst was du erfolgreich verdrängst, ja, nur 15% haben diese aggressive Form, den her2 positiven….. denkst du automatisch, is ja wieder typisch, immer den Hals aufreißen, da brauchst du dich ja nicht zu wundern. Ne Nummer kleiner hätte ja auch mal gereicht. Hätte der Hund nicht geschissen….müßig. Die meisten Frauen haben sich den Port wieder entfernen lassen. Mehr so aus dem Gefühl, das ist das letzte was mich an den Scheiß erinnert. Ich lasse ihn da wo er ist, ist echt einer meiner besten Kumpel geworden, sollte ich zufällig einen Arzt finden, der die Dinger bedienen kann. Aber ich darf ja immer ins Krankenhaus kommen. Wäre ich Langarmer, hätte ich das schon längst selbst gelernt. Das geht mir echt auf den Keks. Aber im nächsten Leben bestimmt……

Also der Plan nach der Veranstaltung, es gibt auch noch ein Leben neben dem Doofkrebs. Ich also voll motiviert in die neue Woche gestartet und, was passiert? Krieg ich doch ohne Vorwarnung einfach mal ne komische Blutung. Hä, was’n das jetzt. Und logisch, ich mache was alle machen. Ich goggle. ….fatal error. Natürlich steht da drin, Blutungen nach den Wechseljahren ist meist ein Zeichen für eine bösartige Erkrankung. Na prima, also sofort alle Symptome nachforschen und was war mit dem Wert bei der letzten Blutuntersuchung?  Hier steht wenn der erhöht ist……  Schluss,  aus, Feierabend,  Handy in die Ecke werfen. Bin ich eigentlich bekloppt? Langsam müsste ich doch wissen wie es läuft. Nicht zuviel input. Gehen Sie nicht über Los sondern sofort zu ihrem Frauenarzt. Gesagt getan. Dass man gleich für den nächsten Tag morgens vorm aufstehen einen Notfalltermin kriegt,  ist auch nicht gerade beruhigend. Also eine Nacht hysterisch denken, nö, diesmal nicht. Es ist  wie es ist und ich kann da jetzt gerade mal einfach nur drüber lachen. Da muss man nur aufpassen,  dass das nicht in Hysterie ausartet. Aber nach der Nummer mit dem Knie, okay, dann das auch noch, okay, leck mich…… Meine  Frauenärztin sagte sofort nach Guten Morgen, jetzt ist aber erstmal eine Ausschabung angesagt, nö, erst einen Blick in den Ort des Geschehens werfen….eins nach dem andern. Komischerweise gab es da nichts aufregendes zu sehen, hm, und jetzt? Jetzt die nächste Runde im Brustzentrum, das will sie nicht alleine entscheiden. Die Frage ist,  was soll das? Manchmal brauche ich ja auch ein bisschen länger. Wenn ich drüber nachdenke,  ich hatte in den letzten Wochen immer mal Hitzewellen. Hatte ich sonst nicht. Das ist aber auch Mist, dann greift der Aromatasehemmer nicht oder ist falsch und ich bin nicht durch durch die Wechseljahre. Das hieße umswitchen auf das allseits beliebte Tamoxifen?! Never ever, das haut mir noch mehr auf mein einzig sehende Auge. Und wenn das nicht was dann? Man könnte es ja eigentlich einfach mal drauf ankommen lassen und nichts machen. Auch nix, kriege ich kurzfristig einen Rückfall und sterbe, das ist ja auch irgendwie doof. Hm, es gibt viel zu tun, warten wir es mal ab. Ich bin jetzt mal gespannt wer sich was einfallen lässt. Vor allem muss ich mal genau die Grenzen meiner Frustationstoleranz definieren. Behandeln um jeden Preis? Nur um noch 37,4 Jahre zu leben? Ich muss keine 85 werden wenn ich nicht mehr Auto fahren kann weil ich nix mehr sehe, wenn ich nichts mehr alleine kann,  anziehen,  Hintern abputzen, an der Nase kratzen…   ich will um Himmels Willen nicht sagen, dass das nicht lebenswert ist,  aber ich darf auch nicht vergessen , dass ich 50 gute Jahre hatte, die letzten 5 könnte man gerne ersatzlos streichen,  aber da hat jeder so seine persönliche Schmerzgrenze.

Also was ist jetzt der Plan? Wie sagte Tamme Hanken,  nun bleib mal ruhig Schätzelein. Leider ist er plötzlich einfach verstorben, was sagt uns das. Das Leben ist zu kurz für Knäckebrot. Überleg was du willst und zieh das durch, jetzt hier in heute.  und wenn jetzt, hier und heute heißt,  ich lehn mich erstmal 3 Tage zurück,  dann ist das eben so. Krebs ist keine Akuterkrankung, Contergan und Folgeschäden laufen mir auch nicht weg, also, Ruhe Schätzelein.

Die hab ich mir am Wochenende auch reichlich gegönnt. Heute habe ich,  nach Raubtierfütterung ganz früh,  bis mittags gepennt. Alles abgesagt was angesagt war und schon sind die Dinge klarer im Kopf und man hat plötzlich einen Plan,  zumindest schon mal grob. Prio 1 ist definitiv die Sache mit der Blutung,  denn wenn ich jetzt erst mein Knie aufräumen lasse und irgendwas versäume,  dann nützt es mir ja auch nicht,  wenn ich besser zum Friedhof laufen kann. Okay, logisch…aber Priorität 1,5 ist das Knie. Es tut wirklich ätzend weh, vor allem bei Treppab. Prio 2 bis 76 sind  Zahnarzt wegen gucken wegen Zometa, Kardiologe wegen Langzeitschäden durch Herceptin, Brust MRT, Darmspiegelung,  Hautarzt usw.. Hoffentlich reicht das Jahr aus. Irgendwie sehne ich mich nach dem Chemojahr. Da war die Welt bis auf Doofkrebs noch in Ordnung. Nur gut, dass ich damals nicht gewusst habe, wie das ausartet. Ich wäre wahrscheinlich noch 2 Jahre länger schlecht gelaunt gewesen.

Morgen ist Montag, ich gehöre zu denen, die total gerne zur Arbeit gehen, weil ich es liebe und weil es mich ablenkt von irgendwelchen Gedanken, die keine Sau braucht, die sich aber ganz subtil und hinterhältig irgendwie immer ins Hirn schleichen. Wehe, wenn ich die Lücke im Zaun finde. ……

Also auf in die nächste Runde, neue Woche, neues Glück, das Sektglas ist halbvoll und auch wenn die Flasche leer ist, ich weiß wo ich Nachschub herkriege. ….

Von einer Minute auf die andere….

kann sich alles ändern. Man macht Pläne und schon kommt einem das Leben dazwischen. Heute wollte ich zum Beispiel mit Edda-Kollegin nach der Arbeit ihrer Freundin zum neuen Geschäft gratulieren gehen und was war? Ich musste die ganze Nacht aufs Klo und war heute morgen so tot, dass ich nicht mal zur Arbeit konnte. Und was mich am meisten ärgert, ich habe mittlerweile null Einfluss darauf, dass mein Körper nicht mehr mit meinem Hirn korrespondiert sondern einfach sein Ding alleine durchzieht. Frechheit. Gestern hatte ich die MRT vom Knie. Ich hatte ja schon so eine gewisse dunkle Ahnung, aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Was definitiv tot ist, ist mein Knie, Komplett arthrotisch, heißt das so? Alles was es so an Bändern gibt ist an- oder vollständig gerissen, hinter der Kniescheibe ist ein riesen Wasserloch, zwischen den Knochen irgendwie nix mehr und die fangen an zu bröckeln. Na toll, das ist exakt das was ich noch brauchen kann. Option, hm, tja, der Chirurg kann mal drinnen so aufräumen und durchspülen und hier und da die Bänder ein bisschen passend schneiden, aber auf Dauer, tja, da heißt die Alternative wohl künstliches Gelenk. Witzig, gibt es eventuell eins, dass sich problemlos so drehen kann, dass ich mich mit dem großen Zeh an der Nase kratzen kann, nicht? Tja dann will ich auch keins. Es geht hier aber  nicht darum was ich will sondern darum, was das Knie sich dabei denkt. Treppe runter geht momentan nur seitwärts, morgens humpelt ich die ersten 5 Minuten als wäre in einem Holzbein der Wurm drin, Knie drehen verursacht Schnappatmung und all son Mist. Mal abgesehen von der Frage wie ich mich nach einer OP bewegen soll, okay, vielleicht sollte ich mir Krücken einfach an die Hüfte schrauben lassen. Kurz gesagt, dass geht ja mal so  schon gar nicht, also Plan B, von dem erzähle ich wenn er mir eingefallen ist. Ja gute Frau, Sie dürfen auch nicht vergessen, dass Ihr Skelett dem einer 85 jährigen gleicht….. ja toll , hilft  ungemein weiter,  ich dachte eher einer 90 jährigen, da war meine Mutter ja noch schneller zu Fuß. Jedenfalls habe ich meinen Lieblingsradiologen getroffen, der, der mir damals erklärte, dass ich nun mal Doofkrebs habe, er  freut sich immer wenn ich da auftauche und wir schwätzen immer ein bißchen.

Okay, wie geht es weiter? Keine Ahnung , erstmal zu meinem Lieblingschirurgen was der meint. Er soll in meinem Knie Ordnung schaffen und dann sehen wir weiter. Manchmal denke ich, da ich Doofkrebs mehr oder weniger nicht beachte, lässt er andere für sich arbeiten , die sollen mein Hirn weichklopfen, manchmal funktioniert das auch ein bisschen, im Grunde arbeite ich ja die Katastrophen ordentlich nach der Reihe ihres Auftretens ab, aber je mehr dazu kommt, desto öfter sagt mein Körper, okay, ich klinke mich mal aus und mache mein Ding. Das versuche ich mal in Zukunft nicht mehr zu gestatten. Wenn hier jedes meiner Teile macht was es will………Ich hatte auch gestern Abend noch einen Termin bei meinem neuen Hausarzt. Das ist nicht der neue von Januar, der ist in wohlverdiente Rente, das ist sein Nachfolger. Ich habe beschlossen, ihn auch zu mögen, passt. War Besprechung von Blutbild und ich bin völlig begeistert, so die normalen Werte wie Cholesterin, Zucker, Leukos und son Zeug sind echt super im grünen Bereich. Sogar meine Schilddrüse hat sich von dem vielen Konstrastmittel der MRTs erholt. Geht doch. Natürlich hab ich eklatante Mängel an Folsäure und B12……aber man muss ja mal Prioritäten setzen. Der doc fährt auch mit auf der alternativen Schiene und ich denke , ich werde mich mal mehr damit beschäftigen. Schließlich bin ich ein aufgeklärter Patient, dummerweise aber auch einer, der manchmal keine Lust hat sich mit all dem Mist zu beschäftigen. Ich habe keine Lust dauernd Entscheidungen zu treffen. Ich will jetzt sofort jemanden haben, der mir genau sagt, welcher Weg der richtige ist, sofort hier und jetzt. Hat aber bislang keiner geklingelt. Aber der doc hat mir auch Aufgaben mitgegeben, einfach mal nachdenken was und wo denn eigentlich nun meine Prios sind. Lebensqualität oder Quantität? Will ich wirklich all die Nebenwirkungen vom Aromatasehemmer und meinem Freund Zometa in Kauf nehmen und in der Zukunft immer Schmerzen haben? Komischerweise macht mein Knie erst richtig doof, seitdem ich mir das Zeug reinpfeife. Besteht da ein Zusammenhang oder ist es nur zufälliges Timing? Fragen über Fragen…..es ist nicht sonderlich mutig, alles an Behandlung mitzunehmen was so auf dem Markt gibt. Mutiger ist es zu sagen: so, ich vertraue meinen Selbstheilungskräften und nehme jetzt das und das nicht mehr und bleibe auch standhaft, wenn reine Schulmediziner Schnappatmung kriegen? Ey, ich hab keineLust, mich mit elementaren Dingen zu befassen. Vielleicht Montag wieder, könnte  auch Dienstag werden oder….

Ah, beinahe hätte ich das hightlight meiner Woche vergessen. Gaaaanz wichtige Mitteilung an alle, die sich, wie ich, wenn sie nachts um 3 wach sind, hysterisch denken. Wir können gar nichts dazu. Dienstag war ich bei Allianz gegen Brustkrebs und habe in irgendeinem Zusammenhang erzählt, dass nachts um 3 so nicht meine Lieblingszeit ist, es sei denn, ich verschlafen sie. Heidi, eine der Mitarbeiterinnen sagte mir dann, da könnte ich mal relaxt sein, ich bin nicht Schuld, es ist u.a. die Leber. Hä? Es sei  wissenschaftlich belegt, dass nachts um die Zeit die Leber voll im Stress ist um die Schadstoffe abzubauen und irgendwelche komischen Botenstoffe im Körper unterwegs sind, so dass man alles eher grau und schlecht interpretiert. Keine Sorge, das ist normal. Hm, dachte ich, aber was soll ich sagen, gestern Nacht saß ich um 3 auf dem Klo und hing unheilvollen Gedanken nach. Als mir das wieder einfiel sagte ich meiner Leber, so meine Liebe. Produzier du mal deinen Stress nicht auf mich. Alles ist gut und du machst mir das nicht kaputt. Der Hammer, hat funktioniert. Abgesehen davon, dass ich immer nur eingenickt bin für ein paar Minuten war ich völlig entspannt, hab ein bißchen fern gesehen und immer wenn die Gedanken abzuschweifen drohten, drohte ich der Leber, Es hat wirklich funktioniert. Wenn man sich klarmacht, okay, das ist einfach so, hat es keine Macht mehr. Vielen Dank Heidi. Ich denke heute schlafe ich durch.

Apropos, Allianz gegen Brustkrebs, Sonntag Kongress Palais Kassel, 11 Uhr. Große Veranstaltung für gegen Brustkrebs, think Pink……