Echt wichtig. ..

…..bevor meine Chemodemenz wieder Oberwasser hat. Ich hatte heute einen Termin im Krankenhaus bei Dr. Schmatloch. Irgendwie lief es nicht rund, komische Blutung,  die da nicht hingehört, hier und da tut tatsächlich was weh und da nen Knubbel…….alles son blöder Kram, der einer ordentlichen Doofbrustkrebspatientin die eine oder andere Schweißperle auf die Stirn treibt. Nachdem das alles hinreichend von vorne bis hinten und oben bis unten begutachtet und das weitere Vorgehen besprochen wurde, fragte ich dann ganz nett, wie es denn mit einer MRT wäre. Ob ich ihr eine Überweisung aus den Rippen leider könnte? Auf die Frage wieso MRT habe ich dann mein ganzes Halbwissen ausgepackt,  von wegen Brustdichte, Narben usw. . Schön und gut sagte sie,  aber für Mikrokalk ist Mammographie besser. Ja aber, nix aber,  eine ordentliche Nachsorge besteht aus Ultraschall,  Mammographie und MRT. Ah jaaaaaaaaaaaa..? Aber die ganzen FÄ erzählen immer, Mammographie ist lt. Leitlinien angesagt und freiwillig rückt kaum einer ne MRT raus.

Lt. Dr. Schmatloch, Chefärztin BZ Elisabeth Krankenhaus Kassel: wenn man Brustkrebs gehabt hat, dann ist MRT eine Kassenleistung.  Eine richtige Nachsorge besteht, wie gesagt, aus Ultraschall und Mammographie und MRT. Das belastet kein  Budget, gibt keinen Ärger mit der Kasse, es ist einfach Kassenleistung. Warum FÄ das nicht machen weiß sie auch nicht, vielleicht wissen sie es nicht.

Also: es ist unser Recht. Wer eine kennt die eine kennt…….. nicht abspeisen lassen. Besteht darauf. Ich habe sofort die Überweisungen bekomme .

Als Vorsorgeleistung gibt es weiterhin Mammographie als Kassenkeistung, also wer keinen BK hat und ne MRT will, muss entweder selber bezahlen oder es muss einen Verdacht geben. Oder Brustdichte 3 oder 4.

Ich fühle mich weiter sehr wohl im EKH bei Schmati, wie sie genannt wird von Leuten die sie mögen, ich vertraue ihr und den anderen docs und geHe immer mit einem besseren Gefühl raus als ich rein kam. Einfach mal danke…..und Mädels: setzt euch durch

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Wäre ich eine Fledermaus

….würde ich jetzt erst mal 2 Wochen irgendwo im Dunkeln rumhängen. Aber leider sind wir nicht bei wünsch dir was. Dauernd ist irgendwas anderes und ich soll irgendwelche Entscheidungen treffen, am besten schon vorgestern. Meine Lieblingssituation, da steh ich ja voll drauf. Natürlich kann man sich mit 2 bis 27 Leuten unterhalten, aber wo es lang geht muss man selbst entscheiden.

Letzte Woche war in Kassel in der Stadthalle eine größere Veranstaltung zum Thema Brustkrebs. Es waren auch echt ein Haufen Leute da und ich habe einige Mädels wiedergetroffen und auch erfahren, wer zwischenzeitlich doch verloren hat. Was sicher ist, kein Doofkrebs ist wie der andere. Das Ding ist wie ne Wundertüte. Prognose ist eigentlich nur statistisch zu sehen und, hey, seh ich aus wie eine Statistik? Natürlich macht sich jeder Gedanken, mal mehr und mal weniger. Ich definitiv weniger, aber wenn du so in Vorträgen sitzt und dir anhörst was du erfolgreich verdrängst, ja, nur 15% haben diese aggressive Form, den her2 positiven….. denkst du automatisch, is ja wieder typisch, immer den Hals aufreißen, da brauchst du dich ja nicht zu wundern. Ne Nummer kleiner hätte ja auch mal gereicht. Hätte der Hund nicht geschissen….müßig. Die meisten Frauen haben sich den Port wieder entfernen lassen. Mehr so aus dem Gefühl, das ist das letzte was mich an den Scheiß erinnert. Ich lasse ihn da wo er ist, ist echt einer meiner besten Kumpel geworden, sollte ich zufällig einen Arzt finden, der die Dinger bedienen kann. Aber ich darf ja immer ins Krankenhaus kommen. Wäre ich Langarmer, hätte ich das schon längst selbst gelernt. Das geht mir echt auf den Keks. Aber im nächsten Leben bestimmt……

Also der Plan nach der Veranstaltung, es gibt auch noch ein Leben neben dem Doofkrebs. Ich also voll motiviert in die neue Woche gestartet und, was passiert? Krieg ich doch ohne Vorwarnung einfach mal ne komische Blutung. Hä, was’n das jetzt. Und logisch, ich mache was alle machen. Ich goggle. ….fatal error. Natürlich steht da drin, Blutungen nach den Wechseljahren ist meist ein Zeichen für eine bösartige Erkrankung. Na prima, also sofort alle Symptome nachforschen und was war mit dem Wert bei der letzten Blutuntersuchung?  Hier steht wenn der erhöht ist……  Schluss,  aus, Feierabend,  Handy in die Ecke werfen. Bin ich eigentlich bekloppt? Langsam müsste ich doch wissen wie es läuft. Nicht zuviel input. Gehen Sie nicht über Los sondern sofort zu ihrem Frauenarzt. Gesagt getan. Dass man gleich für den nächsten Tag morgens vorm aufstehen einen Notfalltermin kriegt,  ist auch nicht gerade beruhigend. Also eine Nacht hysterisch denken, nö, diesmal nicht. Es ist  wie es ist und ich kann da jetzt gerade mal einfach nur drüber lachen. Da muss man nur aufpassen,  dass das nicht in Hysterie ausartet. Aber nach der Nummer mit dem Knie, okay, dann das auch noch, okay, leck mich…… Meine  Frauenärztin sagte sofort nach Guten Morgen, jetzt ist aber erstmal eine Ausschabung angesagt, nö, erst einen Blick in den Ort des Geschehens werfen….eins nach dem andern. Komischerweise gab es da nichts aufregendes zu sehen, hm, und jetzt? Jetzt die nächste Runde im Brustzentrum, das will sie nicht alleine entscheiden. Die Frage ist,  was soll das? Manchmal brauche ich ja auch ein bisschen länger. Wenn ich drüber nachdenke,  ich hatte in den letzten Wochen immer mal Hitzewellen. Hatte ich sonst nicht. Das ist aber auch Mist, dann greift der Aromatasehemmer nicht oder ist falsch und ich bin nicht durch durch die Wechseljahre. Das hieße umswitchen auf das allseits beliebte Tamoxifen?! Never ever, das haut mir noch mehr auf mein einzig sehende Auge. Und wenn das nicht was dann? Man könnte es ja eigentlich einfach mal drauf ankommen lassen und nichts machen. Auch nix, kriege ich kurzfristig einen Rückfall und sterbe, das ist ja auch irgendwie doof. Hm, es gibt viel zu tun, warten wir es mal ab. Ich bin jetzt mal gespannt wer sich was einfallen lässt. Vor allem muss ich mal genau die Grenzen meiner Frustationstoleranz definieren. Behandeln um jeden Preis? Nur um noch 37,4 Jahre zu leben? Ich muss keine 85 werden wenn ich nicht mehr Auto fahren kann weil ich nix mehr sehe, wenn ich nichts mehr alleine kann,  anziehen,  Hintern abputzen, an der Nase kratzen…   ich will um Himmels Willen nicht sagen, dass das nicht lebenswert ist,  aber ich darf auch nicht vergessen , dass ich 50 gute Jahre hatte, die letzten 5 könnte man gerne ersatzlos streichen,  aber da hat jeder so seine persönliche Schmerzgrenze.

Also was ist jetzt der Plan? Wie sagte Tamme Hanken,  nun bleib mal ruhig Schätzelein. Leider ist er plötzlich einfach verstorben, was sagt uns das. Das Leben ist zu kurz für Knäckebrot. Überleg was du willst und zieh das durch, jetzt hier in heute.  und wenn jetzt, hier und heute heißt,  ich lehn mich erstmal 3 Tage zurück,  dann ist das eben so. Krebs ist keine Akuterkrankung, Contergan und Folgeschäden laufen mir auch nicht weg, also, Ruhe Schätzelein.

Die hab ich mir am Wochenende auch reichlich gegönnt. Heute habe ich,  nach Raubtierfütterung ganz früh,  bis mittags gepennt. Alles abgesagt was angesagt war und schon sind die Dinge klarer im Kopf und man hat plötzlich einen Plan,  zumindest schon mal grob. Prio 1 ist definitiv die Sache mit der Blutung,  denn wenn ich jetzt erst mein Knie aufräumen lasse und irgendwas versäume,  dann nützt es mir ja auch nicht,  wenn ich besser zum Friedhof laufen kann. Okay, logisch…aber Priorität 1,5 ist das Knie. Es tut wirklich ätzend weh, vor allem bei Treppab. Prio 2 bis 76 sind  Zahnarzt wegen gucken wegen Zometa, Kardiologe wegen Langzeitschäden durch Herceptin, Brust MRT, Darmspiegelung,  Hautarzt usw.. Hoffentlich reicht das Jahr aus. Irgendwie sehne ich mich nach dem Chemojahr. Da war die Welt bis auf Doofkrebs noch in Ordnung. Nur gut, dass ich damals nicht gewusst habe, wie das ausartet. Ich wäre wahrscheinlich noch 2 Jahre länger schlecht gelaunt gewesen.

Morgen ist Montag, ich gehöre zu denen, die total gerne zur Arbeit gehen, weil ich es liebe und weil es mich ablenkt von irgendwelchen Gedanken, die keine Sau braucht, die sich aber ganz subtil und hinterhältig irgendwie immer ins Hirn schleichen. Wehe, wenn ich die Lücke im Zaun finde. ……

Also auf in die nächste Runde, neue Woche, neues Glück, das Sektglas ist halbvoll und auch wenn die Flasche leer ist, ich weiß wo ich Nachschub herkriege. ….

Von einer Minute auf die andere….

kann sich alles ändern. Man macht Pläne und schon kommt einem das Leben dazwischen. Heute wollte ich zum Beispiel mit Edda-Kollegin nach der Arbeit ihrer Freundin zum neuen Geschäft gratulieren gehen und was war? Ich musste die ganze Nacht aufs Klo und war heute morgen so tot, dass ich nicht mal zur Arbeit konnte. Und was mich am meisten ärgert, ich habe mittlerweile null Einfluss darauf, dass mein Körper nicht mehr mit meinem Hirn korrespondiert sondern einfach sein Ding alleine durchzieht. Frechheit. Gestern hatte ich die MRT vom Knie. Ich hatte ja schon so eine gewisse dunkle Ahnung, aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Was definitiv tot ist, ist mein Knie, Komplett arthrotisch, heißt das so? Alles was es so an Bändern gibt ist an- oder vollständig gerissen, hinter der Kniescheibe ist ein riesen Wasserloch, zwischen den Knochen irgendwie nix mehr und die fangen an zu bröckeln. Na toll, das ist exakt das was ich noch brauchen kann. Option, hm, tja, der Chirurg kann mal drinnen so aufräumen und durchspülen und hier und da die Bänder ein bisschen passend schneiden, aber auf Dauer, tja, da heißt die Alternative wohl künstliches Gelenk. Witzig, gibt es eventuell eins, dass sich problemlos so drehen kann, dass ich mich mit dem großen Zeh an der Nase kratzen kann, nicht? Tja dann will ich auch keins. Es geht hier aber  nicht darum was ich will sondern darum, was das Knie sich dabei denkt. Treppe runter geht momentan nur seitwärts, morgens humpelt ich die ersten 5 Minuten als wäre in einem Holzbein der Wurm drin, Knie drehen verursacht Schnappatmung und all son Mist. Mal abgesehen von der Frage wie ich mich nach einer OP bewegen soll, okay, vielleicht sollte ich mir Krücken einfach an die Hüfte schrauben lassen. Kurz gesagt, dass geht ja mal so  schon gar nicht, also Plan B, von dem erzähle ich wenn er mir eingefallen ist. Ja gute Frau, Sie dürfen auch nicht vergessen, dass Ihr Skelett dem einer 85 jährigen gleicht….. ja toll , hilft  ungemein weiter,  ich dachte eher einer 90 jährigen, da war meine Mutter ja noch schneller zu Fuß. Jedenfalls habe ich meinen Lieblingsradiologen getroffen, der, der mir damals erklärte, dass ich nun mal Doofkrebs habe, er  freut sich immer wenn ich da auftauche und wir schwätzen immer ein bißchen.

Okay, wie geht es weiter? Keine Ahnung , erstmal zu meinem Lieblingschirurgen was der meint. Er soll in meinem Knie Ordnung schaffen und dann sehen wir weiter. Manchmal denke ich, da ich Doofkrebs mehr oder weniger nicht beachte, lässt er andere für sich arbeiten , die sollen mein Hirn weichklopfen, manchmal funktioniert das auch ein bisschen, im Grunde arbeite ich ja die Katastrophen ordentlich nach der Reihe ihres Auftretens ab, aber je mehr dazu kommt, desto öfter sagt mein Körper, okay, ich klinke mich mal aus und mache mein Ding. Das versuche ich mal in Zukunft nicht mehr zu gestatten. Wenn hier jedes meiner Teile macht was es will………Ich hatte auch gestern Abend noch einen Termin bei meinem neuen Hausarzt. Das ist nicht der neue von Januar, der ist in wohlverdiente Rente, das ist sein Nachfolger. Ich habe beschlossen, ihn auch zu mögen, passt. War Besprechung von Blutbild und ich bin völlig begeistert, so die normalen Werte wie Cholesterin, Zucker, Leukos und son Zeug sind echt super im grünen Bereich. Sogar meine Schilddrüse hat sich von dem vielen Konstrastmittel der MRTs erholt. Geht doch. Natürlich hab ich eklatante Mängel an Folsäure und B12……aber man muss ja mal Prioritäten setzen. Der doc fährt auch mit auf der alternativen Schiene und ich denke , ich werde mich mal mehr damit beschäftigen. Schließlich bin ich ein aufgeklärter Patient, dummerweise aber auch einer, der manchmal keine Lust hat sich mit all dem Mist zu beschäftigen. Ich habe keine Lust dauernd Entscheidungen zu treffen. Ich will jetzt sofort jemanden haben, der mir genau sagt, welcher Weg der richtige ist, sofort hier und jetzt. Hat aber bislang keiner geklingelt. Aber der doc hat mir auch Aufgaben mitgegeben, einfach mal nachdenken was und wo denn eigentlich nun meine Prios sind. Lebensqualität oder Quantität? Will ich wirklich all die Nebenwirkungen vom Aromatasehemmer und meinem Freund Zometa in Kauf nehmen und in der Zukunft immer Schmerzen haben? Komischerweise macht mein Knie erst richtig doof, seitdem ich mir das Zeug reinpfeife. Besteht da ein Zusammenhang oder ist es nur zufälliges Timing? Fragen über Fragen…..es ist nicht sonderlich mutig, alles an Behandlung mitzunehmen was so auf dem Markt gibt. Mutiger ist es zu sagen: so, ich vertraue meinen Selbstheilungskräften und nehme jetzt das und das nicht mehr und bleibe auch standhaft, wenn reine Schulmediziner Schnappatmung kriegen? Ey, ich hab keineLust, mich mit elementaren Dingen zu befassen. Vielleicht Montag wieder, könnte  auch Dienstag werden oder….

Ah, beinahe hätte ich das hightlight meiner Woche vergessen. Gaaaanz wichtige Mitteilung an alle, die sich, wie ich, wenn sie nachts um 3 wach sind, hysterisch denken. Wir können gar nichts dazu. Dienstag war ich bei Allianz gegen Brustkrebs und habe in irgendeinem Zusammenhang erzählt, dass nachts um 3 so nicht meine Lieblingszeit ist, es sei denn, ich verschlafen sie. Heidi, eine der Mitarbeiterinnen sagte mir dann, da könnte ich mal relaxt sein, ich bin nicht Schuld, es ist u.a. die Leber. Hä? Es sei  wissenschaftlich belegt, dass nachts um die Zeit die Leber voll im Stress ist um die Schadstoffe abzubauen und irgendwelche komischen Botenstoffe im Körper unterwegs sind, so dass man alles eher grau und schlecht interpretiert. Keine Sorge, das ist normal. Hm, dachte ich, aber was soll ich sagen, gestern Nacht saß ich um 3 auf dem Klo und hing unheilvollen Gedanken nach. Als mir das wieder einfiel sagte ich meiner Leber, so meine Liebe. Produzier du mal deinen Stress nicht auf mich. Alles ist gut und du machst mir das nicht kaputt. Der Hammer, hat funktioniert. Abgesehen davon, dass ich immer nur eingenickt bin für ein paar Minuten war ich völlig entspannt, hab ein bißchen fern gesehen und immer wenn die Gedanken abzuschweifen drohten, drohte ich der Leber, Es hat wirklich funktioniert. Wenn man sich klarmacht, okay, das ist einfach so, hat es keine Macht mehr. Vielen Dank Heidi. Ich denke heute schlafe ich durch.

Apropos, Allianz gegen Brustkrebs, Sonntag Kongress Palais Kassel, 11 Uhr. Große Veranstaltung für gegen Brustkrebs, think Pink……

Abenteuerland

Irgendwie gehen mir im Moment ganz viele Gedanken durch den Kopf. Hm, nervt manchmal aber die Zeit von: mein Gott, es geht halt immer weiter, ist defintiv rum.Was nen Scheiß………..Manche Dinge finde ich einfach abenteuerlich und je mehr ich mache fällt mir das auf. Vor Doofkrebs war ich echt entspannter weil ich viele Dinge einfach ignoriert habe. Das hat echt mehr Spaß gemacht.

Ich bin z.B.kürzlich wieder auf eine Doku gestoßen und hab sie mir nochmal angesehen. Heißt „Böses Blut“ und es geht darum, dass Mediziner umdenken und nicht jedem sofort wegen „es wird Ihnen guttun“ Bluttransfusionen geben. Ich rede nicht davon, wenn bei OPs oder Notfällen der Blutverlust so hoch ist, dass man sonst nicht überlebt, aber so die Omma nach ner OP, mit frischem Blut frisch aus dem Bett oder der HB ist niedrig……..Sie werden sich frischer und munterer fühlen……………äh, ev. sterben Sie früher weil der Körper eh schon geschwächt ist und jetzt auch noch gegen fremdes Blut als Eindringling den Alarmknopf drückt. Sie können auch eher eine neue Krebserkrankung entwickeln, sagen die neuen Studien, natürlich nur falls Sie nicht vorher einen Infarkt oder Schlaganfall kriegen weil das Blut nicht rund läuft, das wird irgendwie immer vergessen. Als ich das das 1.Mal im Fernsehen gesehen habe, ich werde es nie vergessen, ist mir das Glas Sekt aus der Hand gefallen, mitten ins Bett und ich saß da mit offenem Mund: wie jetzt? Das ist doch nicht so toll? Das war einige Zeit, nachdem ich auch eine Bluttransfu erhalten habe, nicht, weil ich im Sterben lag, der HB war immer niedrig so zwischen 8 und 8,5 nach Chemo und ich sollte mir was Gutes tun. Mahlzeit. Was mich am meisten beeindruckt hat, da wurde gezeigt, wie flüssig eigenes Blut durch die Adern läuft und wie stockend fremdes, also prima geeignet für Trombosen, Infarkte etc.. Und was mir auch einleuchtet…. wenn das Immunsystem eh schon durch Chemo auf dem Zahnfleisch humpelt, braucht es nicht noch ne neue Baustelle. Oder ? Aber zu der Zeit war meine Devise, wenn die das sagen, machste mal. Vielleicht das Blut eines feurigen Spaniers…..lecker. Ich habe damals einfach zu wenig hinterfragt, bin aber ganz sicher, dass das Krankenhaus mir nur was Gutes wollte und die Pharmafirma meiner Studie sich bestimmt auch über normalere Werte gefreut hat. Ich hatte schon gefühlte 20 kg Eisenkram geschluckt, einfach nur wiiiiiderlich und gebracht hats nichts. Also Blut, und was soll ich sagen:  Voller Erwartung saß ich gespannt rum und wartete auf den Baum, den ich nun ausreißen wollte. Und es passierte absolut gar nichts. Ich habe mich nicht ein bißchen besser gefühlt, der HB schwang sich hoch auf 12,1 – ja, toll, hat doch geklappt……….nach ein paar Wochen wieder 11, 10, 9 ….. . Was bleibt ist das Gefühl, oh, in der Ader klumpt gerade das Blut und ich spüre genau, dass das irgendwie anders läuft. Ist natürlich völlig hirnlos, geistert einem aber durch die Birne. Also: und wenn mein HB bei 8 glücklich ist und ich auch, dann bleibt das so. Ich will nie wieder fremdes Blut, es sei denn, mein eigenes liegt nur noch unter dem OP. Punkt.

Letzte Woche war hier ne Aktion in Kassel bzgl. Typisierung für die DKMS. Knochenmark für Leukämiepatienten. Bin ich selbstverständlich hin und habe gespendet. Natürlich nur Geld und keinen Speichel, wäre mit Doofkrebs ja auch irgendwie kontraproduktiv. Spahaass…… . Ich finde das ne tolle Sache, denn es besteht wirklich die Möglichkeit, Leben zu retten. Auch da habe ich hinterher so gedacht. Was ist, wenn du Knochenmark bekommst von jemandem, der vielleicht auch schon irgendwo Krebszellen hat? Was ist sicher, was nicht? Man kann sich nicht gegen alles und jeden absichern und wenn es direkt ums nackte Überleben geht, dann würde ich alles nehmen an Blut und Knochenmark, alles was irgendwie kompatibel ist. Nur eben nicht mehr, wenn es nicht lebenserhaltend ist. Ich finde solche Dinge immer echt abenteuerlich, hinter jeder Ecke wartet ne Überraschung. Eigentlich brauche ich keine mehr. Man muss sich eben informieren und dann eine Entscheidung für sich treffen, ich werde mir von keinem mehr reinreden lassen. Es ist wirklich so, kriegt man die Diagnose, fokussiert man sich aufs Überleben und macht erstmal alles was gesagt wird. Ist auch okay, es ist soviel input, da kann man sich nicht erstmal relaxt nach hinten legen und sagen, ich komme im halben Jahr wieder, ich muss mich erst informieren.

Kurz gesagt, ich möchte manchmal wieder 18 sein und denken, ey, Welt, was kannst du mir schon. Ich bin unkaputtbar. Meine größte Sorge war, sitzen die Haare, mag der Typ mich trotz kurzer Arme, scheiße, morgen ist Matheklausur, nichts wirklich weltbewegendes und doch das wichtigste überhaupt…………leider sind wir nicht bei wünsch dir was, sondern so isses…eigentlich ist es auch gut so, aber manchmal eben will ich auf den Schoß.

Jetzt will ich mich erstmal nen Stündchen ruhen, zwischenzeitlich war ne Freundin hier, wir mussten dringend ein Schlückchen süffeln………eigentlich bin ich glücklich, manchmal kann ich es einfach nicht so schätzen, aber daran arbeite ich.

Noch etwas in eigener Sache: mich hat jetzt jemand angemacht, ob ich mediengeil geworden wäre, wegen blog, Zeitungsartikel und weil RTL Hessen ein Portrait machen möchte……………….. nein, bin ich nicht. Aber ich habe vielleicht durch meine Behinderung eine Chance. Gestern war die Abschlussveranstaltung der pink ribbon Radtour 2016 hier in Kassel am Königsplatz. U.a. konnte man ein Mutmacher-Foto für die Sache schießen lassen. Ich stand da eine ganze Zeit und einige Leute blieben stehen und guckten. Als ich mich hinstellte, voll in pink und mit ohne lange Arme, gingen mehrere Leute langsam. Als ich dann am Königsplatz die Haare abgenommen habe um mich „nackt“ fotografieren zu lassen, blieben viele stehen. Was sagt uns das? Leider sind wir in Deutschland immer noch nicht viel  weiter. Krebs und BEHINDERT? Das geht ja gar nicht. Andere haben viel schlimmere Schicksale als ich mit Krebs, sind viel jünger, haben kleine Kinder usw.. Aber ich bin die Exotin. Also nutze ich das wenn ich kann. Wenn ich es schaffe, dass nur eine Frau wegen mir nicht aufgibt und sagt. Hallo ? Wenn die stark genug ist, dann schaffe ich das auch…………….oder sagt, hm, gehe ich doch mal lieber zum Mammascreening und hat dadurch eine gute Prognose zum Langzeitüberleben, dann ist es das mir wert.

Vergesst es nicht, das Leben kann jederzeit zuschlagen ………..auch wenn man denkt, ich doch nicht…..