Kurzanleitung: Wie denke ich mich hysterisch in 4 Minuten

So, inzwischen ist ein bisschen Zeit vergangen. Was ich total klasse fand – ganz viele fremde Menschen haben mich auf der Straße oder beim Einkaufen einfach angesprochen aufgrund des Zeitungsartikels. Ich kenne jetzt ganz viele Geschichten über Doofkrebs und bin irgendwie echt erschrocken, dass fast jeder auf seine besondere Weise damit zu tun hat. Umso wichtiger ist es, darüber zu reden. Meine Meinung……………
Gestern Abend bin ich ganz unbedarft zum Gruppentreffen der Allianz für, Quatsch, gegen Brustkrebs gegangen. Okay, dachte ich, mal so hören, was es in der Früherkennung und Diagnostik von Doofbrustkrebs so Neues gibt. Eigentlich war ich müde, satt und zufrieden – aber nicht lange. Prof. Fischer aus dem Diagnostik BZ in Göttingen erzählte in einer sehr anschaulichen Weise, was es heute für Möglichkeiten gibt, vor allem zur Früherkennung, denn das ist das Wichtigste fürs Langzeitüberleben.
Natürlich war das sehr interessant, aber erschreckend waren seine Ausführungen zu unserem Gesundheitssystem und was warum bei wem bezahlt wird und was nicht. Zusammenfassend kann man sagen, es ist wie im richtigen Leben, es geht nur um Kohle. Und möglichst die Patientinnen dumm halten (meine Interpretation). Das ist billiger. Mal ein Beispiel, es werden ne Haufen Mammos und Ultraschall gemacht, nur, dass das auf das jeweilige Brustgewebe ankommt ob das sinnvoll ist oder nicht. In bestimmten Fällen, eigentlich sowieso aussagekräftiger, ist eine MRT. Die ist natürlich teurer ………………. . Oder fast jede die ich kenne, ich natürlich auch, wurde nen halbes Jahr nach der Verstrahlung durch die Mammo gejagt – Frage von Prof.Fischer: was soll man da sehen? Volle Dröhnung Chemo und Verstrahlung, Haut dick und Ödem drin….., soll schnell ist Doofkrebs nun auch nicht, frühestens nach nem Jahr, dann hat sich die Brust ein bisschen erholt………. . Oder weiß jemand, dass ein Mammo-Gerät mit dem 1. Strahl die Dichte des Gewebes abcheckt und dann soviel durchgeschossen wird wie nötig? Dh. bei jeder Frau ist die Menge anders. Hätte ich auch gerne mal gewusst. Oder auch in MRT ist nicht immer in gutes MRT. Ich war völlig dankbar, dass ich letztes Jahr eine Brust MRT machen konnte. Toll, als ich erzählte hinlegen auf dem Bauch, Brüste in 2 Löcher, paar Minuten liegen………. erntete ich nur ein müdes Lächeln. Nix mit Brüste mit Paddeln oder wie immer das heißt möglichst ohne Druck fixieren, so ca. 18 Minuten möglichst nicht atmen……. Das wäre der Plan. Weiß ich jetzt, wie gut meine Bilder sind oder nicht? Hab ich nen Haufen Strahlen abgekriegt, die vielleicht gar nicht nötig waren…………… geh ich zu spät oder zu früh zu Untersuchungen, welche werden bezahlt, welche Rechte hab ich auf eine MRT zu bestehen, hab ich den richtigen Arzt, der mich umfassend informiert, der überhaupt daran interessiert ist, bin ich zu unkritisch, kümmere ich mich zu wenig ?????????????????? Ich glaub, mir ist schlecht. Also ich bin da raus und fragte mich ernsthaft ob ich überhaupt so viel Information haben will. Es macht einen schwindelig und auch wütend, man kommt sich echt verarscht vor.
Fakt ist, wie ich immer behaupte, man muss kerngesund sein um die Nummer ansatzweise hinzukriegen. Es kümmert sich nicht wirklich jemand außer man selbst. Nix jetzt gegen die Ärzte, aber jeder ist für sich selbst verantwortlich und muss sehen, das Beste für sich abzukriegen. Aber was ist mit denen, den es wirklich scheiße geht oder die sich nicht trauen zu hinterfragen oder einzufordern? Pech gehabt? Doofkrebs finde ich eigentlich mental anstrengender als körperlich. Nur gut, dass ich zu denen gehöre, die immer den Hals aufreißen. Auch wenn mich Andere nervig finden………….. tut mir leider auch nicht leid. Das heißt aber nicht, dass ich dauernd jeden Pups hinterfrage……….. ich bin faul manchmal und habe immer noch die unerschütterliche Meinung, dass Alles gut wird. Ich mache bestimmt zu wenig. Ich esse immer noch falsch, ich trinke – lecker Caiphi – ich renne rum………. Meistens ist dann am Wochenende der Akku leer und ich liege wie abgeschossen irgendwo rum. Ich weiß es auch nicht was richtig ist und was nicht. Was weiß ich……sorry, ist mein erster Doofkrebs.

Was sagt mir das nun? Keine Ahnung, ich mache weiter wie bisher, gönne mir aber eine Selbstzahler-MRT mit einer guten Diagnostik. Okay, jetzt kann man sagen, wer arm ist muss früher sterben. Stimmt bedingt, aber es ist meine Entscheidung, was mir mein Leben wert ist. Mit ca. 550 € ist eine MRT kein Schnäppchen. Aber ich könnte mir zum Geburtstag und Weihnachten Geld schenken lassen oder versuchen, jeden Monat 45 € zur Seite zu legen. Das ist eine Entscheidung, die jeder für sich selbst treffen muss…….

Jedenfalls war gestern wieder so ein Tag an dem einen auffällt, was für nen Kack man sich da eingefangen hat. Also Blutdruck runterfahren, durchatmen , Krone gerade und weiter geht’s. Da bin ich doch mal froh,dass ich noch andere Baustellen habe. Meine Füße sind verformt, alles tut weh, das Knie geht auch nicht mehr. Mal sehen, in welcher Reihenfolge ich welchen Arzt ran lasse. Bei der Auswahl, mal sehen…….

Ich bin echt nie so ein Gruppentier gewesen, eher so Marke einsamer Wolf, aber die Allianz gegen Brustkrebs ist wirklich ein Ort mit Menschen,denen man seine Befindlichkeiten nicht erst erklären muss und sich austauschen kann und auch mörderwichtige Infos kriegt. Es lohnt sich, ach übrigens, wer Zeit hat. Sonntag 9.10. Kongress Palais Kassel, man könnte auch Stadthalle sagen…… 11 bis 14.30 Infoveranstaltung zum Thema Brustkrebs. Allianz gegenBK ist auch da…….ich hoffe auch viele Interessierte..

So, jetzt  hab ich ein date mit meinem Kühlschrank …

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6 Gedanken zu “Kurzanleitung: Wie denke ich mich hysterisch in 4 Minuten

  1. Also ich bin sicher, dass ich so viele Informationen nicht will. Klar könnte man jetzt sagen – waaaas? Rennst Du gern mit blinden Augen durch die Welt? Aber sehe das anders. Man muss sich auch manchmal einfach schützen. Ich möchte auch nicht wissen, an welchem Tag ich sterbe – Du etwa? Diese Unwissenheit hat auch etwas beruhigendes, weil es einem ermöglicht, unbeschwert weiter zu leben. Und genau so sehe ich das mit den vielen Infos. Ich habe das Vertrauen in meinen Körper nicht verloren… er wird mir schon zeigen, wenn was nicht stimmt, denn genauer hinhören tu ich jetzt natürlich schon.

    Du kümmerst Dich genug, da bin ich sicher, und machst nicht zu wenig. Ob die ganzen „Regel“ und „Ratschläge“ wie man zukünftig zu leben hat wirklich einen Rückfall verhindern oder nicht einfach nur dazu dienen, sein Gewissen zu beruhigen.. ich weiß es nicht. Ist mir auch egal. Ich tue, was mir gut tut, auch wenn es nicht den Empfehlungen entspricht. Ich versuche, jeden Tag zu genießen und das Beste draus zu machen. So kann ich mir hinterher wenigstens sagen – auch wenn die Zeit kürzer war als geplant, ich war glücklich und zufrieden. Und wer weiß schon, ob nicht genau DAS der Schlüssel ist… 😉

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    • Genau so. Das ist es. Ich war glücklich, bin es und lasse mir das auch nicht nehmen. Ausserdem muss ich an dem Doofkrebs nicht sterben. Mich kann auch noch einer umfahren. Jeder kann jederzeit tot umfallen. Ich bin weiterhin glücklich, und wenn es den Doofkrebs stört muss er ja nicht wieder kommen. 😉finde ich schön, dass du auch so denkst 😎😎

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  2. Ja, leider ist man bei den Krankenkassen nur ein Kostenfaktor…. Das nervt! Für jedes bisschen muss man sich streiten bzw. einen langen Atem haben. Geht mir auch so. Aber ich denke es ist ganz wichtig sich mit seinem „Herrn K.“(so nen ich ihn) auseinander zu setzen. Denn ich sage mir nur wenn ich weiß wie er tickt, kann ich was gegen ihn unternemen. Und ich hatte mir bei meiner Diagnose 2013 geschworen, dass ich ihm jeden Tag paroli biete. Und wenn es ein Lachen ist!!!
    Aber Fragen und Hinterfragen gehört für mich dazu und ich will für mich das Beste. Auch wenn einiges aus der eigenen Tasche bezahlt werden muß.
    Ansonsten wünsche ich einen schönen sonnigen Tag…..

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    • Ja, so seh ich das auch. Ich will auch das Beste, manchmal nervt es mich einfach ein bisschen , aber ich bleibe wachsam. Wie du. Der Plan ist weiterhin, alles wird gut 😉wünsche dir, dass Herr K. so genervt von dir ist, dass er einfach mal aufgibt. Liebe Grüße

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