Keine Idee….

…..für ne Überschrift. Oder vielleicht: was nen Kack. Das käme der Sache noch am nächsten. Irgendwie hänge ich in den Zometa-Nachwirkungen fest. Kurz gesagt, die Füße tun weh, die Knie, runter geht, aber rauf brauche ich einen Kran. Der Rücken und was sonst noch so das Fahrgestell ausmacht ist auch Mist. Ja, ich weiß, ich wusste, dass das passiert aber genervt sein darf ich wohl trotzdem mal sein, bzw. ich will. Irgendwie geht mir der Brustdoofkrebs langsam auf die Nerven im Moment, jetzt muss doch tatsächlich einer Freundin meiner Mutter, die um die 80 ist, heute eine Brust abgenommen werden. Muss das in dem Alter noch sein? Okay, muss natürlich in keinem Alter sein, aber bei jeder Frage, die ich gestellt habe, kam nicht wirklich eine klare Antwort. Nein, das weiß ich nicht, das hat der Arzt nicht gesagt, darf ich denn das verlangen usw..Und ne Zweitmeinung, nee, die wissen doch was sie tun. Und: ist doch nicht so schlimm, die brauchen Sie doch nicht mehr, hääääääääääääää? Bei dem Arzt haben sie wohl was anderes rausoperiert. Ich hoffe es mal. Und meine Lieblings-Jutta, die immer Lymphdrainage macht, ist jetzt auch im Urlaub und meine linke Seite ist immer irgendwie dick und stört. Ich habe zwar einmal die Woche ne Vertretung, aber es ist eben anders. Und wir haben August und nächsten Monat muss ich schon wieder ins Krankenhaus zwecks Studie, wieder 3 Monate um, die Zeit rast und ich habe keine Lust auf Ärzte, Frauenarzt muss ich auch wieder, HNO weil Nase manchmal wieder blutet, Hausarzt wegen was weiß ich was und überhaupt. Ich will das alles nicht mehr, ich will mein altes Leben zurück und die DM wäre auch nicht schlecht. Hab ich noch was vergessen, ne, ich glaube das war`s im Groben. Eigentlich hab ich ja nichts zu meckern, es macht aber mal zwischendurch Spaß. Außer, dass ich mich wie eine 104-jährige bewege und morgens rumstöhne bis ich in die Gänge komme, muss ich mal ganz schön zufrieden sein.

Da gibt es andere Dinge im Leben, die einem passieren können. Je öfter ich das Revue passieren lasse, desto mehr juckt es mich in den Fingern, einigen Leuten irgendwo eine rein zu hauen. Wie gesagt, irgendwie hatte ich verpeilt, dass jetzt Gott und die Welt Flüchtlinge integriert, weil Behinderte sind das ja schon. Hm, bis auf ein kleines gallisches Dorf namens Bad Wildungen. Leider ist eine Freundin von mir, auch Conti, aber auch mit ohne Beine, letztes Jahr verunglückt und war nun zur Reha in dem besagten Dorf. Mal abgesehen davon, dass in dieser ganzen Rehaklinik nicht einer war, der normal deutsch gesprochen hat und damit natürlich super bezahlt und dementsprechend voll motiviert war, wurde mit ihr nicht viel gemacht und irgendwann hieß es, wir können nichts mehr für sie tun, sie müssen hier raus. Punkt. Preisfrage: Wo kommt ein Behinderter hin, der sich nicht selbst helfen kann ? Ja, genau, in ein Altenheim. Willkommen in Deutschland. Hier werden Sie geholfen. Lange Rede, kurzer Sinn, ab morgen hat sie einen Rehaplatz wo anders. Dort gibt es sogar eine Contergan-Station und ich hoffe inständig, dass die sie dort wieder auf die Beine, bzw. auf den Hinteen kriegen. Nun war die Frage: wohin zwischen den beiden Rehas? Platz war in einem Wohn-Pflegeheim für Menschen zwischen 18 und 65 nach neurologischen Störungen, Hirnschäden etc.. Klingt erst mal besser als Altenheim. Das dachte ich ca. 7 Minuten. Eine andere alte Freundin von uns wollte mit nach BW. Diese wiederum ist Spastikerin und geht mit Rollade. Also wir in besagtes Wohnheim, kommt so eine junge dynamische Dame auf uns zu und fragt: wo wollt ihr denn hin? Kurze Pause, wir uns nur angeguckt. Ja zu Frau Sowieso. Ja, da müsst ihr .da und da hin und dann, ach , ich zeigs euch. Du bist die Schwester von ihr? Nein, sagte ich, nicht alle Contergangeschädigten haben dieselben Eltern. Und zu meiner Freundin mit Rollade: und du die Mutter, hä? Keine Ahnung. Aber allein dieser taxierende Blick: okay, die keine Arme, die an drr Rollade, passt hier rein. Vorurteile? Niiiemals. Jedenfalls waren wir dann im richtigen Zimmer und wunderten uns erst mal, was das für ein Laden war. Völlig vergammelt, dunkel und lieblos. Na toll. Entsprechend war meine Freundin drauf. Ich begegnete der Dame dann wieder und sie sagte: Hast du alles gefunden? Ich guckte sie nur an und sie fragte dann: Ist noch was, kann ich dir helfen, du guckst so. Hm, sagte ich, ich überlege krampfhaft woher wir uns kennen. Nee, ich kenn dich nicht, das wüsste ich. Sooooo, sagte ich dann, und wieso duzen sie mich? Äh, hm, ja, also, das ist hier so üblich. Ach ja, ich bin Besucher, dh. wenn Wolfgang Schäuble zu Besuch käme, dann würden Sie den auch duzen? Wer?? Ja, dachte ich mir ………..  Natürlich weiß ich wer Wolfgang Schäuble ist, aber wir duzen uns hier alle. Mag sein, aber ich bin kein WIR. Ich siezte sie weiter obwohl sie mich duzte, aber, was habe ich gelernt? Pisse ich die an oder die Heimleitung, wer badet es aus? Also lieber Fresse halten. Sie haben meine Freundin auch behandelt als ob sie sie nicht mehr alle hätte, es war wirklich unglaublich. Und da leben Menschen seit Jahren. Einige könnten auch in Wohnungen leben, mit Assistenz zum Beispiel, aber das ist ihnen nicht bekannt und wird auch nicht kommuniziert. Weil so kostest es weniger. Alle schön zusammen in einem Heim. Spart Kosten. Gott sei Dank hat meine Freundin soviel Freunde, dass es möglich war, dass sie die letzte Woche daheim verbringen konnte mit 24 Stunden Assistenz und aller möglichen Hilfe. Das Schlimme war auch, wir haben oft draußen gesessen, denn ich konnte sie ja nicht im Rollstuhl schieben und diese Tussi ist mit jedem Insassen da dermaßen respektlos umgegangen. Ich habe es bis dahin nicht geglaubt, dass das heute noch so läuft.  Es macht einen einfach nur wütend.

Was sagt uns das? Ich glaube man sollte zufrieden sein, mit dem was man hat, es könnte jederzeit schlimmer kommen.  Natürlich wäre es bequemer und einfacher und leichter mit ohne Doofbrustkrebs und als Langarmer. Aber wäre das dann auch noch ich? Meine Erfahrungen im Leben, Dinge die mir passieren, das bin ich. Das macht mich aus. Und deshalb bin ich auch zufrieden, natürlich nicht immer, aber im Grunde schon. Es heißt ja immer, alles hat einen Sinn und: wer weiß schon für was das gut war….. Ob das so ist weiß ich nicht. Sollte mir einer erklären können, was der Sinn hinter dem Unfall meiner Freundin ist, lass ich mich vielleicht überzeugen, ansonsten: es passiert manchmal einfach nur Scheiße im Leben. Aber meine behalte ich.

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4 Gedanken zu “Keine Idee….

  1. Sehr geehrte Frau Sabine Kuhnt,
    lass heute in der HNA von Ihnen. Als Überschrift wie wäre es mit “ Hurra ich lebe“… Ich lebe in meinem Körper & der, nur der sagt mir 👈 wie ich mich fühle, wie ich denke was ich denke. Wo fehlt & was fehlt in mir? Wie kann ein Aussenstehender, außerhalb meines Körpers das wissen? Oder nutzt das Aussen nur mich um Ihr Wissen zu erweitern? In welcher Richtung auch immer, lassen wir jetzt mal dahin gestellt. Hört man der Menschheit aufmerksam hin, fällt im Alltag so oft die Worte “ oh mein Gott“ geht man näher darauf ein, kommt die Antwort: Ich glaube nicht an Gott, dieses oder jenes. Da bleibt einen nur die Frage: Wie kann das Schicksal dann was anderes schicken wie das woran ich glaube. Wie steht schon in der Bibel? Nach Deinem Glaube geschehe. Ich Bin…ist die Höchste Erhebung von allem. Schauen wir mal unter die Menschheit, sie sagt: Ich bin arm, was sendet das Schicksal? Die Menschheit muss umgehend wieder beginnen zu hinterfragen: Was ist die Ursache von Krankheiten? Wer hat den größten Nutzen davon? Wenn ich gesund bin wer wäre dann krank? Die Pharmaindustrie? Krankenkasse? Ärzte? Das ganze Gesundheitssystem was von Krankheiten lebt? Krankenhäuser warum heißen sie nicht Gesundheits-Kliniken? Nur wer kämpft Frau Kuhnt weiß wie Stark die eig.Person ist & woran dringends noch gearbeitet werden muss. Wie sagte einst Mutter Theresa: Ich kämpfe für die Menschheit, nicht gegen sie. Wer viele Hürden erlitten hat wie auch ich, weiß wovon man spricht. Der Mensch muss leider erst weggenommen bekommen. Erst im größtem Schmerz, Leid entscheidet er sich für liegen bleiben oder aufstehen und dann geht er auf die Suche zum Grund der Ursache. Ich bin meiner Vergangenheit sehr dankbar, Sie hat aus mir das gemacht was ich heute bin & immer war. Frau,ehrlich,klar,wahr, stark. YouTube Robert Betz/ Dr. Rath und viele andere Herzlichen Dank sie haben mir den Glauben an mich zurück gegeben. Namasté

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    • Ja, ich denke auch man muss mehr und sich hinterfragen, ist natürlich nicht immer bequem. Ich bin meiner Vergangenheit auch dankbar und hoffe, es in Zukunft besser zu machen……..
      Viele Grüße

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  2. Liebe Sabine,

    das Schicksal ist ein mieser Verräter.
    Ich ziehe den Hut vor Ihnen und wünsche Ihnen alles Liebe und Gute!

    Viele Grüße
    Kerstin Hanke

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    • Liebe Kerstin,
      das Schicksal hat vielleicht 10 Prozent schuld, aber der Rest ist, was man daraus macht.
      Ich liebe nur mein Leben und gebe es freiwillig nicht her und freue mich natürlich über jeden, der mir alles Gute wünscht.
      Ganz vielen Dank und liebe Grüße
      Sabine

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