Verwirrungen

Irgendwie bin ich gerade mal grundverwirrt. Oder im falschen Film oder vielleicht bin ich auch normal, nur die Anderen nicht? Wer weiß………..

Also das Gute ist, die Sonografie war okay. Kein Rezidiv in Sicht. Das ist schon mal die halbe Miete. Anscheinend habe Ärzte ein Problem mit Patienten, die sich freuen. Auf die Frage wann meine Diagnose war, kam die Antwort mitten in mein Lächeln: na Dezember 13 ist sooooo lange auch noch nicht her, da müssen wir schön engmaschig aufpassen. Herzlichen Dank für den Hinweis, wäre mir jetzt gar nicht bewusst gewesen. Ich dachte, ich bin schon seit 2014 für immer geheilt. Aber natürlich lasse ich mir durch son Scheiß die Laune nicht verderben. Ich hab ja nen neuen Hausarzt, der ist super nett, gründlich und ich vertraue ihm, kurz gesagt, ich würde ohne Bedenken einen Gebrauchtwagen von ihm kaufen. Jetzt die Tage machte er mal Ultraschall vom kompletten Innenraum. Die Idee kam ihm, als ich ihn fragte, wieso auf der letzten MRT Beurteilung stand: Offenbar Zustand nach Cholezystektomie? Hä? Die Krankheit hatte ich noch nicht und fragte somit Dr. Google. Dieser teilte mir in ca. 500.000 Artikeln mit, dass das eine Gallenblasenentfernung sei. Ach ja, und wann soll das gewesen sein? Ich kann mich nicht erinnern, dass ich jemandem meine Galle geschenkt habe. Sehr merkwürdig. Also dachte ich erst mal, hm, vielleicht ist das gar nicht dein Befund. Ist alles schon vorgekommen. Aber die ausgeprägte rechtskonvexe LWS-Rotationsskoliose gehört eindeutig mir, irgendwie liebe ich diese Wörter, klingt besser, als Rücken ist verdreht. . Leider sind Patienten, die sich für ihren Befund interessieren, nicht immer beliebt. Pech – für die Ärzte. Also ist mein doc mal in Ruhe alle Befunde der letzten Jahre durchgegangen und nirgendwo stand was über die Galle. Das arme Ding wurde seit Jahren nicht erwähnt. Er erklärte mir, dass es durchaus Menschen gibt, die ohne das Teil geboren wurden. Das ist eine seltene Fehlbildung und hat nicht zwingend was mit Contergan zu tun.  Deshalb wolle er sich jetzt mal selbst einen Überblick verschaffen. Gesagt, getan.  1 Kilo Ultraschallschmierzeug später erzählte er mir dann Folgendes: Also da wo sie wäre wenn sie da wäre, wäre sie schon mal nicht. Aber irgendwie liegt da was unter Leber und Zwerchfell und wenn es keine Zyste ist, hä? Zyste, na toll, dann könnte es durchaus die Gallenblase sein. Der Rest ist irgendwie alles da, mal mehr und mal weniger da wo es hingehört. Interessiert haben ihn auch die Gefäße. Weil wo kein Arm ist, hört es dann irgendwann mal auf. Da fand er auch einiges merkwürdig. Ich fand das alles total merkwürdig. Warum um alles in der Welt machte ich CTs und MRTs, ließ mich verstrahlen, nen Port einbauen und was weiß ich noch was, wenn ich anscheinend eine totale Sonderanfertigung bin und keiner sagt oder – und bemerkt was davon? Wie soll ich denn noch irgendwem die Aussage glauben, dass ich z.B. im Moment keine Metas habe. Denen fällt anscheinend noch nicht mal auf, dass da keine Gallenblase ist.  Fällt mir kurz die Geschichte ein zum Thema auffallen. Röntgen Thorax vor Jahren. Doc will Bild erklären, sage ich, das ist nicht mein Röntgenbild. Er nutzte leider die faire Chance nicht, nachzufragen, wie ich das meinte………..ich wies ihn freundlich darauf hin, wieso denn da Arme dran wären? Fand er nicht lustig, die Helferin auch nicht, aber ich. Und das war die Hauptsache.

Ja, so darf man das nicht sehen. Aha, wie sonst? Naja, nehmen wir an, die Fragestellung ist: wie geht es dem Hämangiom in der Leber? Dann wird die Leber begutachtet und wenn man Glück hat, auch noch das was drum herum ist. Wenn ich versehentlich beim Mittagessen eine Gabel verschluckt habe und die irgendwo unterwegs ist, dann wird die nicht gesehen. Danach wurde ja nicht gesucht. Und die Frage nach Metas wird auf jeden Fall ordentlich abgearbeitet, sollte mir zwischenzeitlich ein Organhändler das Herz herausgenommen haben, fällt das wahrscheinlich nicht auf.  Die nächste Frage ist, wieso hat das früher nie einer entdeckt? Bei der Feststellung der Conterganschäden z.B.. Meine Mutter war wochenlang mit mir auf Arzttour, okay, da kann man sagen, vor 55 Jahren waren die Geräte nicht so der Renner. Aber in den letzten Jahren……..also irgendwie finde ich das alles sehr merkwürdig. Aber natürlich kann ich meinem Lieblingsradiologen mal danken, dass der mal gefragt hat, wer die Galle gesehen hat. Da frage ich doch schon, hm, warum stand nichts zu der ev.Zyste oder doch Gallenblase an falscher Stelle da? Wieso kann das nicht auch ein großer Tumor sein?  Ich sage es ja, totale Verwirrung.

Der Plan ist jetzt wie folgt: doc spricht mit Radiologen, ich stelle Antrag auf Gefäßuntersuchung bei der Conterganstiftung, die zahlen das nämlich und solange hier nicht klar ist, wo was ist oder nicht und wie rum ich womit verkabelt bin, passiert erst mal nichts. Die wichtigste Frage aller ist aber: muss oder will ich das alles wissen? Ich habe 55 Jahre an mir operieren und weiß nicht was noch alles machen lassen und lebe immer noch. Wer sagt, dass eine erweiterte Vene dafür sorgt, dass ich bald tot umfalle? Kann sie nicht schon immer so angelegt sein? Und was fehlt oder sonderangefertigt ist, hat es mich 55 Jahre gestört?   Fragen über Fragen……. im Moment tendiere ich zu der Lieblingsabkürzung bei uns im Büro. E S M I …..einen Scheiß muss ich.

Also ich finde das Alles äußerst merkwürdig und ich denke, ich vertraue meinem Bauch, egal was da drin ist, mal eher als Ärzten. Ausnahmen sind natürlich stets willkommen.

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